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Bergwacht Berchtesgaden - 03.08.2011

Vermisster Bergsteiger tot aufgefunden

Rund 30 Einsatzkräfte der Bergwachtbereitschaften Berchtesgaden und Ramsau inklusive Suchhundestaffel sowie mehrere Hubschrauber suchten seit dem späten Dienstagabend nach einem 72-jährigen Königsseer. Der Mann, der als Variantengeher bekannt ist, war zu einer Bergtour im Bereich des Kleinen Watzmanns aufgebrochen und dann spurlos verschwunden. Am Mittwoch gegen 16.20 Uhr wurde der Mann dann zwischen Rinnkendlsteig und Watzmannlabl tot aufgefunden.

Die Bergwacht Berchtesgaden hatte von Montag bis Mittwoch insgesamt 9 Einsätze zu bewältigen.

Am Montagmittag, 1. August, gegen 11.45 Uhr musste die Bergwacht Berchtesgaden und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ einen 41jährigen Mann aus Niederbayern per Tau aus der Sagereckwand retten. Der Mann war rund 400 Meter oberhalb des Königssees rund zwei Meter tief gestürzt und hatte sich eine Beinverletzung zugezogen. Er musste danach zum Klinikum Traunstein geflogen werden. Die Wasserwacht brachte zwei Angehörige und zwei Bergwacht-Einsatzkräfte mit ihrem Rettungsboot zur Seelände zurück.

Am Dienstagmittag gegen 12.20 Uhr brauchte ein Bergsteiger am Grünstein-Klettersteig medizinische Hilfe. Sein Begleiter und zwei weitere vorbeikommende Bergsteiger leisteten sofort Erste Hilfe. Zur Unterstützung wurde der Rettungshubschrauber „Alpin Heli 6“ aus Zell am See angefordert. Dieser nahm den Patienten am Grünsteingrat auf und flog ihn zur Kreisklinik Bad Reichenhall.

Fast gleichzeitig ging ein Alarm zu einem Einsatz in der Watzmann Ostwand ein. Ein 23jähriger Mann aus Sachsen-Anhalt war im Bereich zwischen Berchtesgadener und Salzburger Weg ca. 5m abgestürzt. Ein Bergwachtmann am Bergetau des Rettungshubschraubers „Christoph 14“ holte den Mann aus der Wand.

Gegen 14.30 Uhr alarmierte die Leitstelle Traunstein erneut die Bergwacht. Eine Frau zog sich am Thomas-Eder-Steig eine Fußverletzung zu. 4 Bergwachtmänner wurden mit dem Rettungshubschrauber „Christopherus 6“ aus Salzburg in die Nähe des Unfallortes geflogen. Da eine Bergung aus der Luft wegen der überhängenden Wand in diesem Bereich nicht möglich ist, musste die Verletzte zuerst ca. 300m talwärts zu einem geeigneten Platz gebracht werden. Dort wurde die Verletzte dann per Bergetau aufgenommen, zu einem Zwischenlandeplatz geflogen und anschließend ins Landeskrankenhaus Salzburg geflogen.

Gegen 17 Uhr wurde die Bergwacht erneut alarmiert, da sich ein Bergwanderer am Kaunersteig verstiegen hatte. Der Mann saß bei der so genannten Prinzregententafel oberhalb einer rund 20 Meter hohen überhängenden Wand fest. Mit seiner eigenen Ausrüstung konnte er sich bis zum See direkt auf das Rettungsboot der Wasserwacht abseilen. Die Einsatzkräfte brachten ihn unverletzt zur Seelände zurück.

Um 19.47 Uhr wurde der Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ zur Wasseralm geschickt, wo ein Bergsteiger mit einer Fußverletzung Hilfe brauchte.

Gegen 21.30 Uhr folgte der nächste Einsatz. Drei Jugendliche aus Nordrhein-Westfalen waren noch auf dem Alpetalsteig unterwegs und kamen bei Dunkelheit wegen fehlender Beleuchtung nicht mehr voran, Zwei Bergwachtmänner und eine Bergwachtfrau stiegen zu der Gruppe auf und brachten diese ins Tal.

Nach einem anstrengenden Einsatztag um 22.50 Uhr auch noch die Meldung ein, dass ein 72-jähriger Königsseer im Bereich des Kleinen Watzmanns vermisst sei. Die Lebensgefährtin hatte Alarm geschlagen, weil ihr Partner sich von seiner Tour bislang nicht zurückgemeldet hatte. Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden fuhren daraufhin erst einmal mit dem Auto alle möglichen Aufenthaltsorte ab. Als diese erste Suche negativ verlaufen war, alarmierte man zusätzlich die für das westliche Watzmanngebiet zuständige Bergwacht Ramsau.

An dem Großeinsatz, der mittlerweile angelaufen war, beteiligten sich Kräfte der Bergwachten Berchtesgaden und Ramsau sowie der österreichische Polizeihubschrauber »Libelle 4«, der das Watzmanngebiet mitten in der Nach eindreiviertel Stunden lang mit der Wärmebildkamera absuchte. Die Bergwachtangehörigen schwärmten über das gesamte Gebiet rund um den Kleinen Watzmann aus. Um 1.15 Uhr erreichten sie den Gipfel des Kleinen Watzmanns, außerdem suchten sie im Bereich Mooslahner, Watzmannkar, Grünstein und Kling. Bis zum Morgen war die Suchmannschaft auf etwa 30 Kräfte angewachsen, im Einsatz befanden sich auch die Suchhundestaffel der Bergwacht Chiemgau und das Kriseninterventionsteam.

Gegen 4.00 Uhr morgens gönnten sich die Einsatzkräfte eine rund zweistündige Pause. Man erwartete zur Unterstützung auch einen Polizeihubschrauber, eine SAR-Maschine sowie die Alpine Einsatzgruppe der Polizei. Am Mittwoch gegen Mittag konnte dann im sogenannten »Wandbuch« beim Watzmann Labl ein Eintrag des Vermissten entdeckt werden. Die Ermittlungen ergaben, dass der Eintrag nach 15.00 Uhr am Dienstag erfolgt sein musste. Gegen 16.20 wurde die vermisste Person dann vom Hubschrauber aus tot aufgefunden. Die anschließende Bergung konnte dann noch kurz vor Beginn eines aufziehenden Gewitters gegen 17.15 Uhr abgeschlossen werden.

Während der Vermisstensuche musste am Mittwoch gegen 7.30 Uhr am Morgen auch noch ein Einsatz in der Watzmann Ostwand abgewickelt werden, Ein Bergsteiger zog sich im Bereich der Wasserfallwand am Berchtesgadener Weg durch Steinschlag eine Armverletzung zu. Ein Luftretter am Bergetau des RTH „Christoph 14 holte den Verletzen aus der Wand, Auf der Gotzenalm wurde der Patient dann in den Hubschrauber umgelagert und danach zur Kreisklinik Bad Reichenhall transportiert werden.