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Bergwacht Berchtesgaden - 14.05.2008

Schnee verführte zu Fehltritten

Das Prachtwetter über die Pfingstfeiertage hat auch noch viele Skitourengeher auf die noch winterlich anmutenden Berge gelockt. Einige Touristen hatten bei der hohen Schneelage bis in mittlere Höhenlagen Probleme bei Bergwanderungen. Am Samstagnachmittag stürzte eine 44-jährige Skitourengeherin aus dem Raum Berchtesgaden auf der »Großen Reibe« und zog sich dabei eine mittelschwere Verletzung zu.

Der Unfall ereignete sich bei der Abfahrt vom Jägerbrunntrog, 2247 Meter, etwa in der unteren Hälfte des Eisgrabens. Aus diesem Bereich heraus ist es sehr schwierig, mit dem Mobiltelefon eine Verbindung zu erreichen. Aus der Dreiergruppe fuhr eine Frau weiter in Richtung der Röth ab und versuchte dabei immer wieder einen Notruf abzusetzen. Gegen 15.20 Uhr konnte sie mit der Rettungsleitstelle Verbindung aufnehmen. Der alarmierte Einsatzleiter der Bergwacht Berchtesgaden forderte den Rettungshubschrauber »Christoph 14« an, eine Einsatzgruppe stand am Tallandeplatz bereit.

Mit einem Bergwachtmann an Bord wurde die Unfallstelle beim ersten Überflug entdeckt. Im Schwebeflug konnte der Notarzt mit dem Bergwachtmann ein Stück oberhalb der Unfallstelle abgesetzt werden. Nach der ärztlichen Versorgung und einem kurzen Transport zum Hubschrauber wurde die Verletzte in ein Krankenhaus nach Salzburg geflogen. Der Bergwachtmann musste zunächst an der Unfallstelle zurückbleiben und wurde dann in einem weiteren Flug wieder abgeholt.

Am Sonntag war eine 50-jährige Frau aus dem Raum Berchtesgaden mit ihrem Sohn auf der Gotzenalm. Beide haben offensichtlich die Schneelage in dieser Höhe nicht richtig eingeschätzt. Die bis zum Boden durchfeuchtete Altschneedecke mit Höhen zwischen 50 und 100 cm ist zu Fuß und ohne entsprechende Ausrüstung nur schwer zu begehen. Während des Abstieges in Richtung Seeau waren im oberen Teil des Weges beide Personen so durchnässt und erschöpft, dass sie nicht mehr in der Lage waren, weiter abzusteigen. Der 21-jährige Sohn hatte erste Anzeichen einer allgemeinen Unterkühlung und leichter Erfrierungen. Glücklicherweise konnten sie mit einem Handy einen Notruf zur Rettungsleitstelle absetzen. Da die Bergwege in diesem Bereich auch mit Bergrettungsfahrzeugen noch nicht zu befahren sind, wurde vom Einsatzleiter der Bergwacht der Rettungshubschrauber aus Traunstein angefordert. Mit einem Bergwachtmann an Bord konnten die beiden aufgenommen und in das Tal geflogen werden.

Ähnlich erging es einer Gruppe von zehn erwachsenen Personen aus dem Raum München und Passau, die mit der Buslinie auf den Kehlstein fuhren. Auch hier liegt der Wanderweg auf der Nordseite des Berges von der Buswendeplatte zum Dalsenwinkel noch tief unter dem nassen Frühjahrsschnee. Die Gruppe stieg trotzdem ab, geriet aber dann im oberen steilen Teil in Bergnot. Sie befürchteten, in den steilen Lawinenrinnen den Halt zu verlieren und abzurutschen. Einer der Teilnehmer zog sich eine leichte Beinverletzung zu. In dieser bedrängnisvollen Situation setzten sie per Handy einen Notruf zur Rettungsleitstelle ab. Eine Einsatzgruppe fuhr mit einem Bergrettungsfahrzeug auf den Kehlstein, stieg von dort zu der Personengruppe ab und brachte sie mit einer Seilsicherung aus dem steilen Gelände heraus. Eine weitere Einsatzgruppe fuhr mit einem Geländefahrzeug der Gruppe von der Roßfeldstraße her entgegen und führte sie durchnässt, aber sonst unverletzt wieder auf festen Boden. A

An den Einsätzen über die Pfingstfeiertage waren insgesamt elf Männer der Bergwacht Berchtesgaden beteiligt.