21.11.2009

29-Jährige stürzt von der Archenkanzel in den Tod



Eine 29-jährige Frau aus Lauf an der Pegnitz ist am Königssee an der Archenwand etwa 100 Meter abgestürzt. Sie zog sich dabei tödliche Verletzungen zu. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften von Feuerwehr, BRK-Wasserwacht, Bergwacht und Polizei hatte von Freitagabend an bis tief in die Nacht und am Samstagmorgen mit mehreren Booten, einem Hubschrauber, Suchhunden und einer Wärmebildkamera auf dem See und im unwegsamen Gelände nach der Vermissten gesucht.

Nachdem die junge Frau am Freitagabend nicht zur üblichen Zeit nach Hause gekommen war, verständigte ihr Lebensgefährte gegen 19.30 Uhr die Polizeiinspektion in Lauf und erstattete Vermisstenanzeige. Sofort eingeleitete Ermittlungen ergaben, dass sich die Frau am Königssee befinden muss, weil auch ihr Fahrzeug dort auf dem Parkplatz stand.

Eine sofort durch die Polizeiinspektion Berchtesgaden eingeleitete Suchaktion mit rund 100 Einsatzkräften von Feuerwehr, BRK-Wasserwacht, Bergwacht und Polizei musste gegen 1 Uhr in der Nacht ergebnislos abgebrochen werden. Am Samstagmorgen gegen 7.30 Uhr wurden die Einsatzleiter der Bergwacht und der Wasserwacht Berchtesgaden erneut zur Vermisstensuche am Königssee alarmiert; nach einer kurzen Lagebesprechung mit der Polizei wurden gegen 08.20 Uhr alle Mannschaften der Bergwacht Berchtesgaden, die Lawinen- und Suchhundestaffel der Bergwacht-Region Chiemgau und die Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n) der Wasserwacht mit mehreren Booten zur weiteren Suche auf dem See und im unwegsamen Gelände angefordert. Aus der Luft wurden die Einsatzkräfte durch die Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 2“ unterstützt.

Die Bergwacht-Einsatzkräfte teilten sich zunächst in drei Gruppen auf, um den Bereich „Hochbahn“ abzusuchen; jeder der drei Trupps wurde durch einen Hundeführer unterstützt. Nach kurzer Zeit informierte die Polizei die Bergwacht, dass die vermisste Frau mit dem Schiff über den Königssee gefahren war, woraufhin der Einsatzleiter eine Gruppe den Bereich in Richtung Archenkanzel und Rinnkendlsteig absuchen ließ. Zusätzlich schickte der Alpin-Gruppenführer der Polizei den Hubschrauber mit einem Beamten der Alpinen Einsatzgruppe an Bord in das neue Suchgebiet. Nach einem kurzen Überflug konnte die Besatzung in der „Archenwand“, rund 100 Meter unterhalb der Archenkanzel einen abgestürzten, leblosen Körper orten.

Nach kurzer Zeit trafen die ersten Bergwacht-Einsatzkräfte an der Archenkanzel ein, wo die Piloten von „Edelweiß 2“ nach einer Lagebesprechung einen Bergwacht-Luftretter und einen Polizeibergführer aufnahmen und beide per Winde am Unfallort absetzten. Die Retter konnten nichts mehr für die junge Frau tun, die sich beim Absturz tödliche Verletzungen zugezogen hatte. Nach Betankung am Flughafen Salzburg nahmen die Hubschrauberpiloten je einen weiteren Bergwacht-Luftretter und einen Polizeibergführer am Landeplatz in Schönau auf und setzten beide an der Einsatzstelle ab. Der Leichnam wurde im Gelände gesichert, per Winde aufgenommen und zum Tallandeplatz geflogen. Die Bergwacht war rund dreieinhalb Stunden lang gefordert.

Die Identifizierung ergab, dass es sich um die vermisste 29-jährige Frau aus Lauf an der Pegnitz handelte. Die Kriminalpolizei Traunstein hat die Ermittlungen zu den Umständen des Absturzes aufgenommen. Nach den bisherigen Feststellungen sind keine Hinweise auf ein Fremdverschulden erkennbar.

Insgesamt waren 60 Einsatzkräfte der Feuerwehren Bad Reichenhall (Tauchergruppe), Berchtesgaden, Königssee und Schönau, 25 Einsatzkräfte der BRK-Wasserwachten Bad Reichenhall, Berchtesgaden, Freilassing und Laufen, acht Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden, drei Hundeführer der Lawinen- und Suchhundestaffel Chiemgau, der Einsatzleiter Rettungsdienst des Roten Kreuzes, eine Rettungswagen-Besatzung und mehrere Polizeibeamte im Einsatz.