Beim Rückzug aus der Watzmann-Ostwand kam am Donnerstag- nachmittag ein 23-jähriger Bergsteiger aus Prag ums Leben. Der Mann rutschte etwa 200 Meter unterhalb des Schöllhornkars aus und fiel bis in den oberen Bereich der Eiskapelle. Auch eine Dreierseilschaft aus Traunstein geriet in der Nacht auf Freitag in Bergnot und forderte die Hilfe der Bergwacht an. Das Trio konnte per Hubschrauber geborgen werden. Sechs tschechische Bergsteiger stiegen am zweiten Weihnachtsfeiertag auf der Kederbacherführe in die Wand ein und hatten die Absicht, im Schöllhornkar zu biwakieren. Dort machten sie die Erfahrung, dass in den Hochlagen, im Gegensatz zum Tal, Temperaturen mit nur wenigen Graden unter Null herrschten. Dadurch kamen aus dem oberen Wandteil laufend Lockerschneelawinen, die ein Weitergehen unmöglich machten.
Die Gruppe entschloss sich zum Rückzug und seilte sich aus dem Schöllhornkar ab. Etwa 200 m über dem Schöllhornkar war nur noch ein ungesichertes Queren möglich. Dabei rutschte ein 23-jähriger Bergsteiger aus Prag aus und stürzte bis in den oberen Bereich der Eiskapelle ab. Nach der Alarmierung wurden Bergwachtmänner mit dem Rettungshubschrauber aus Traunstein zur Unfallstelle geflogen. Der Notarzt konnte aber nur noch den Tod feststellen. Mit dem Rettungshubschrauber wurden auch zwei Polizeibergführer zur Absturzstelle gebracht. Nach der polizeilichen Unfallaufnahme wurde der Tote aus dem Gefahrenbereich der Lawinen gebracht.
Die Bergung wurde am Freitag früh mit einem Polizeihubschrauber durchgeführt. Der Verunglückte ist das 99. Todesopfer in der Watzmann-Ostwand seit der Erstbesteigung 1881.
Während der Totenbergung am Donnerstag wurde bekannt, dass drei Bergsteiger aus dem Landkreis Traunstein auf dem Berchtesgadener Weg in die Wand eingestiegen sind. Sie hatten angeblich die Absicht, die Wand während der Nacht zu durchsteigen. Am Freitag gegen 03:00 Uhr teilten die drei Bergsteiger per Handy mit, dass sie oberhalb des Schuttkares in Bergnot sind. Der schon kurz nach 07:00 Uhr in Berchtesgaden eingetroffene Polizeihubschrauber startete mit zwei Bergwachtmänner zur Einsatzstelle und setzte sie dort mit Rettungswinde ab.
Zunächst musste die Einsatzmannschaft einen Standplatz aufbauen und die drei unverletzten Bergsteiger zu einem günstigen Aufnahmeplatz sichern. Von dort wurden sie vom Polizeihubschrauber mit der Rettungswinde einzeln aufgenommen und zum Basislandeplatz der Bergwacht geflogen. Beide Einsätze waren gegen 11:00 Uhr abgeschlossen.
Über die Weihnachtsfeiertage wurde die Bergwacht auch zu einigen kleineren Einsätzen auf den Skipisten und Wanderwegen alarmiert.