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Bergwacht Berchtesgaden - 17.09.2007

Erschöpfung am Hohen Göll

Gut ging am späten Sonntagabend ein schwieriger Nachteinsatz der Bergwacht Berchtesgaden aus. Mit Hilfe zweier Hubschrauber barg man in den sogenannten Umgängen ein erschöpftes Bergsteiger-Paar und flog es ins Tal. Insgesamt wurde die Bergwacht Berchtesgaden am Sonntag bei herrlichem Bergwetter dreimal alarmiert.

Bereits morgens musste ein erkrankter Tourist vom Schneibsteinhaus in das Tal zur ärztlichen Versorgung geholt werden. Am Nachmittag zog sich eine 57-jährige Frau aus Niederbayern eine Beinverletzung im Gebiet der Königsbachalmen zu. Die Verletzte wurde nach der ersten Versorgung mit einem Bergrettungsfahrzeug zum Krankenhaus gebracht.

Zu einem schwierigen und aufwendigen Einsatz führte ein Handy-Notruf nach Einbruch der Dunkelheit aus dem Gebiet des Hohen Gölls. Ein Paar aus dem Raum München beziehungsweise aus Österreich wollte am späten Nachmittag vom Hohen Brett über die Umgänge und das Alpeltal absteigen. Die beiden hatten keinerlei Ortskenntnis und wussten auch nicht, wie schwierig der Abstieg ist. Schon im obersten Teil des Weges kamen sie in der Dunkelheit nicht mehr weiter, die junge Frau war zu diesem Zeitpunkt völlig erschöpft.

In Absprache mit der Polizeiinspektion Berchtesgaden bat man die Polizeihubschrauberstaffel um Hilfe. Zunächst flog eine Maschine mit einer Wärmebildkamera über das Einsatzgebiet und ortete damit die beiden Personen. Ein zweiter Hubschrauber mit einer Rettungswinde wurde von dieser Maschine mit Koordinaten und starken Scheinwerfern zur Einsatzstelle dirigiert. Dort setzte man einen Luftretter der Bergwacht mit der Winde ab. Er musste die beiden mit Rettungsgurten zum Aufnehmen mit der Winde vorbereiten. Bei völliger Dunkelheit erfolgte dann das Aufwinden und der Rückflug zum Bergwachtlandeplatz. Die Piloten fliegen mit Nachtsichtgeräten, sogenannten Restlichtverstärkern. Bei solchen Einsätzen wird von den Hubschrauberbesatzungen und den Einsatzkräften der Bergwacht eine hohes Maß an Können und Erfahrung gefordert.

Die Bergwacht weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass bei Bergtouren und Wanderungen zur jetzigen Jahreszeit die früh einsetzende Dunkelheit einzuplanen ist. Einsätze zur Nachtzeit sind für alle Beteiligten schwierig und nicht ungefährlich.