Die zum vergangenen Wochenende angekündigte Wetterverschlechterung mit starken Regenfällen und Gewitter brachte am Sonntagnachmittag einige Bergsteiger in Bergnot. Auf den Bergen hat es zum Teil auch gehagelt. Gegen 18:00 Uhr wurde die Bergwacht Berchtesgaden in einem kurzen Zeitabstand zu zwei schwierigen Einsätzen alarmiert.
Zwei Bergsteiger aus dem Raum Göttingen, Vater 49 und Sohn 22, stiegen am Sonntag gegen 06:00 Uhr in die Watzmannostwand ein. Beide waren erstmals in der Wand und kamen dann am späten Nachmittag ca. 150 m unter der Südspitze und abseits der richtigen Route in das starke Gewitter. Mit einem Handy konnten sie gegen 18:00 Uhr einen Notruf absetzen. Zu diesem Zeitpunkt waren ein Hubschraubereinsatz oder auch andere Rettungsmaßnahmen unmöglich. Später konnte dann ein Polizeihubschrauber unter sehr schwierigen Bedingungen und bei beginnender Dunkelheit zwei Bergwachtmänner auf der Südspitze absetzen und schließlich einen der beiden mit der Rettungswinde aufnehmen und in das Tal fliegen.
Der Hubschrauber konnte noch weitere Bergwachtmänner und Rettungsgerät auf der Südspitze absetzen und musste dann bei völliger Dunkelheit den Rückflug antreten. Ein Bergwachtmann wurde ca. 150 m vom Grat in die Wand abgeseilt. Er nahm den zu rettenden jüngeren Bergsteiger an das Seil und wurde dann von der Mannschaft zum Grat zurückgeholt. Die Einsatzgruppe mit dem schweren Rettungsgerät musste mit dem Geretteten über die Westwand zum Wimbachgries absteigen und zum Teil abseilen wo sie erst in den Morgenstunden eintrafen. Die Bergwacht Ramsau hat mit einem Spezialfahrzeug einen Teil der Gruppe noch in das Tal geholt, der Rest blieb in der Wimbachgrieshütte.
Kurz nach der Alarmierung zu diesem Einsatz wurde von der Rettungsleitstelle ein weiterer Notfall mitgeteilt. Eine einheimische Dreierseilschaft kam bei einer Klettertour in der Südwestwand des Hohen Brett in das Gewitter und setzte per Handy einen Notruf ab. Sie hatten nach der völligen Durchnässung Probleme beim Abseilen und insbesondere eine Frau litt an einer allgemeinen Unterkühlung. Hier konnten zunächst zwei Luftretter der Bergwacht vom Polizeihubschrauber mit der Winde an der Wand abgesetzt werden. Nach einer ersten Versorgung konnte der inzwischen eingetroffene Rettungshubschrauber „Christoph 14“ aus Traunstein einen Bergwachtmann mit der Frau an einem 15 m langen Bergetau aufnehmen und zum Tallandeplatz fliegen. Dort wurde sie von einem Rettungsfahrzeug des BRK übernommen und zum Krankenhaus Berchtesgaden gebracht. Die beiden anderen Kletterer konnten mit den Bergwachtmännern zum Mitterkaser absteigen.
Der Rettungshubschrauber stand zur Unterstützung in der Watzmannostwand bereit, musste aber auch bei völliger Dunkelheit nach Traunstein zurück fliegen Insgesamt waren bei den beiden Einsätzen 12 Bergwachtmänner rund 10 Stunden im Einsatz.
Auch am Samstag waren es zwei Einsätze zu denen die Bergwacht Berchtesgaden gerufen wurde. Bei einer Motorradveranstaltung in Bischofswiesen wurde eine Person bei einem Sturz verletzt. Die dort anwesenden Bergwachtmänner versorgten den Verletzten und seilten ihn in einer Gebirgstrage bis zum Hangfuß ab. Dort wurde er von einem Rettungsfahrzeug des BRK übernommen und zum Krankenhaus gebracht.
Auf dem Jenner erkrankte eine Frau aus dem Landkreis beim Wandern. Die Patientin wurde nach der notärztlichen Versorgung durch einen Bergwachtarzt zum Krankenhaus gefahren.
In der Nacht zum vergangenen Mittwoch wurden wieder einmal am Mannlgrat zwei Personen vermisst gemeldet. Kurz nach Mitternacht veranlasste die Polizeiinspektion Berchtesgaden einen Suchflug mit einem Polizeihubschrauber. Mit Nachtsichtgeräten entdeckte die Besatzung das Paar in einem Biwak und konnte feststellen, dass die beiden beim Abstieg vom Hohen Göll am Mannlgrat von der Nacht eingeholt wurden. Entsprechend ausgerüstet konnten sie bei Tagesanbruch die Tour zum Kehlstein fortsetzen. Eine Einsatzgruppe der Bergwacht musste nicht mehr tätig werden.