Eine Horrorvision für jeden Seilbahnbetreiber, durch einen technischen Defekt oder wetterbedingt kommt eine Anlage plötzlich zum Stillstand. Trotz höchster technischer und elektronischer Sicherheitsvorkehrungen, kann der Stillstand einer mehr oder weniger stark besetzten Seilbahnanlage nicht ausgeschlossen werden. Aber auch in dieser Situation bleibt nichts dem Zufall überlassen. Alle Anlagen halten für diesen Fall ein Arsenal von Rettungsgeräten vor und zweimal jährlich wird der Ernstfall geübt, der zum Glück nur sehr selten eintritt.
Am 14.06.07 hat die Betriebsleitung der Jennerbahn gemeinsam mit der Bergwacht Berchtesgaden an der Jennerwiesen-Sesselbahn und der oberen Sektion der Jenner-Gondelbahn eine große Übung durchgeführt. Die gesamte Belegschaft der Bahn und rund 30 Einsatzkräfte der Bergwacht haben an beiden Anlagen jeweils die „Fahrgäste„ in kurzer Zeit abgeborgen. Zum Besetzen der auf der Strecke stehenden Doppelsessel und Gondeln stellte sich die Freiwillige Feuerwehr Königssee mit ihrem Kommandanten zur Verfügung. Auch zwei Polizeibergführer der Polizeiinspektion Berchtesgaden waren vor Ort.
Die Einsatzkräfte wurden ganz wesentlich von einem Hubschrauber mit Rettungswinde der Polizeihubschrauberstaffel Bayern unterstützt. Damit wurden Retter der Bergwacht auf den Gehängen abgesetzt. Passagiere wurden zum Teil mit dem Retter aufgenommen oder nach dem Abseilen aus schwer begehbaren Gelände mit der Winde an Bord geholt. Die Bergwacht hat in mehreren Einsatzgruppen auf der 1,4 km langen Strecke mit bewährten Rettungsmethoden gearbeitet. Bei einer Abschlussbesprechung an der Mitterkaseralm waren alle Beteiligten mit dem Ergebnis der Übung zufrieden.