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Bergwacht Berchtesgaden - 18.09.2006

Nächtliche Suchaktion in den Seewänden

Im Verlauf der vergangenen Woche wurde die Bergwacht Berchtesgaden zu insgesamt neun Einsätzen von der Rettungsleitstelle alarmiert. Höhepunkt war eine langwierige nächtliche Suchaktion nach einem Bergwanderer in den Seewänden.

Bei einigen Einsätzen waren es leichtere Verletzungen auf den vielen Wanderwegen. Am Donnerstag wurden Hilferufe aus dem Großen Spinnergraben am Jenner gemeldet. Eine Einsatzgruppe vor Ort konnte aber den angeblichen Hilfsbedürftigen nicht entdecken.

Gegen 22:00 Uhr wurde noch ein Bergwanderer als vermißt gemeldet, der auf dem Weg vom Kärlingerhaus im Ingolstädter Haus nicht angekommen ist. Ein Hubschrauber der Bundespolizei flog mit einer Wärmebildkamera das Gebiet ergebnislos ab. Am nächsten Morgen traf der 41-jährige Mann aus Berlin, nach einem Biwak, am Ingolstädterhaus ein.




 

Am Freitag mußte eine 57-jährige Urlauberin aus dem Raum Oldenburg die Hilfe der Bergwacht in Anspruch nehmen. Vom Klausbachtal aus stieg die Frau in einen steiglosen Wassergraben ein und zog sich bei einem Sturz eine Beinfraktur zu. Nach der Versorgung durch Notarzt und Bergwachtmänner wurde die Frau mit der Gebirgstrage zur Straße im Klausbachtal transportiert.

Am Samstag war es zunächst eine Urlauberin aus dem Raum Passau, die beim Wandern am Jenner stürzte und mit einer Beinverletzung zum Krankenhaus gebracht werden mußte.

Kurz darauf stürzte eine 68-jährige Frau aus dem Raum Hannover am Windschartenkopf einige Meter ab und zog sich dabei eine so schwere Verletzung zu, dass ein Weiterkommen nicht mehr möglich war. Der Ehemann konnte per Handy einen Notruf absetzen. Mit dem Rettungshubschrauber „Christoph 14“ wurde mit einem 15-m-Bergetau der Notarzt und ein Bergwachtmann an der Unfallstelle abgesetzt. Mit dem gleichen System wurde die Verletzte zum Zwischenlandeplatz und schließlich zum Krankenhaus geflogen.

Den Abschluss bildete am Samstag ein schwieriger und langwieriger Einsatz zu dem um 21:18 Uhr alarmiert wurde.
Ein 21-jähriger Mann aus dem Raum Schwerin machte erstmals in seinem Leben eine Bergwanderung. Bei völliger Dunkelheit teilte er mit seinem Handy bei der Polizei in Berchtesgaden mit, dass er nicht mehr zurück in das Tal findet, konnte aber auch kaum Anhaltspunkte über seinen Standort geben. Nach mehreren Gesprächen vermutete man, dass er irgendwo zwischen Königsbachalm und Gotzenalm steht. Neun Bergwachtmänner mit drei Einsatzfahrzeugen glaubten zunächst, den jungen Mann schnell zu finden. Nach vielen Horn- und Lichtsignalen, die über Handy abgesprochen wurden, gelang es aber erst gegen Mitternacht, den Standort des jungen Mannes zu lokalisieren. Er war in den bis zu 900 Meter zum Königssee abfallenden Steilabbrüchen bereits ca. 200 m sicher mehr abgerutscht als abgestiegen. Von der Seeaualm aus hat er den Weg in den Wald verlassen, um einen Aussichtspunkt zu suchen. Eine Zweierseilschaft erreichte erst gegen 00:45 Uhr im schwierigen Gelände den nur dürftig bekleideten und mit leichten Turnschuhen ausgerüsteten Mann, der außer diversen Schürfwunden und kleinen Prellungen unverletzt war. Gegen 03:00 Uhr traf die Mannschaft mit dem Geretteten am Bergwachthaus ein.