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Bergwacht Berchtesgaden - 23.08.2006

Leiche eines seit 2005 vermissten Arztes gefunden

Auf der Suche nach dem seit Donnerstag am Watzmann abgängigen 65-jährigen Bergsteiger aus Kronach haben Bergwacht und Polizei jetzt die Leiche eines seit 1. August 2005 vermissten 47-jährigen Arztes aus Straubing entdeckt. Vom Hubschrauber aus fand man den Toten am Montagnachmittag rund 150 Meter südlich der Biwakschachtel. Dagegen gab es von dem vermissten Kronacher Friedrich Norden bis gestern Nachmittag keine Spur, die Suche sollte bei Wetterbesserung weitergehen.

Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau waren am Montag von Norden und Süden her zum Watzmanngrat aufgestiegen, um nach dem 65-jährigen Mann aus Kronach zu suchen. Der Bergsteiger wollte sich am Donnerstag und Freitag mit der Watzmann-Überschreitung einen Lebenstraum erfüllen. Der gebürtige Bremer hat sich allerdings bis dato nicht zurückgemeldet, sein Auto steht noch auf dem Parkplatz Wimbachbrücke. Obwohl die von beiden Seiten aufgestiegenen Bergwachtmänner nach der Begegnung auf dem Grat auch beim Abstieg die Augen offen hielten, fand man keine Spur des Vermissten. Um 19 Uhr waren die Suchmannschaften wieder im Tal.
Unterstützung erhielten die Einsatzkräfte am Watzmann durch einen Polizeihubschrauber, von dem aus ein Bergwachtmann und ein Polizeibergführer das Gelände zusätzlich absuchten. Während eines Kontrollflugs in den oberen Teil der Ostwand entdeckten sie rund 150 Meter südlich der Biwakschachtel einen roten Rucksack und Bekleidungsteile. Nachdem der Polizeibergführer aus Gewichtsgründen zwischenzeitlich auf dem Hirschwieskopf abgesetzt worden war, gelangte der Bergwachtmann per Seilwinde in die Wand. Dort fand er allerdings nicht den vermissten Kronacher, sondern die Leiche des seit 1. August 2005 vermissten Jan Lazar aus Straubing. Rund zwei Wochen lang hatte man im vergangenen Jahr erfolglos nach dem 47-jährigen Arzt aus Straubing gesucht. Die Suche hatte sich auch deshalb extrem schwierig gestaltet, weil man nicht genau wusste, wo der Alleingänger unterwegs gewesen war. Während der Suche nach dem Straubinger hatte man im vergangenen Jahr dagegen die Leiche eines abgängigen Mühlheimers gefunden. Die jetzt entdeckte Leiche des Arztes soll bei nächster Gelegenheit geborgen werden.

Wetterbedingt konnte die Bergung der Leiche erst heute mit einem Polizeihubschrauber durch die Bergwacht Berchtesgaden und einem Polizeibergführer durchgeführt werden. Durch eine ausgezeichnete fliegerische Leistung der Hubschrauberbesatzung, war die Bergung trotz des dichten und immer wieder wechselnden Nebels in der Watzmannostwand möglich.
Aufgrund der Gegebenheiten wird vermutet, dass der Verunglückte, eventuell auf dem Münchner Weg, die Ostwand durchstiegen hat und dann auf einem Band über der Biwakschachtel in den südlichen Wandteil gelangte. Beim weiteren Aufstieg zum Grat dürfte er dann ca. 50 m abgestürzt sein. Es handelt sich um den 98. tödlichen Unfall in der Watzmannostwand.