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Bergwacht Berchtesgaden - 12.07.2006

Am Hohen Göll im Nebel verirrt

Neben weiteren Einsätzen in den letzten Tagen wurde die Bergwacht Berchtesgaden alleine am Dienstag zu vier Einsätzen alarmiert.
Am Samstag gab ein Tourist aus Tschechien mit einem Handynotruf, der in Hallein aufgelaufen ist, den Rettungskräften zunächst ein Rätsel auf. Die Polizei in Hallein gab die Meldung zur Polizeiinspektion Berchtesgaden weiter. Der Hilfesuchende saß irgendwo auf dem Hohen Göll im Nebel und beschrieb zunächst unklare Anhaltspunkte seines Aufenthaltes. Ein Polizeihubschrauber war im Anflug, eine Einsatzgruppe der Bergwacht war am Landeplatz. Als dann plötzlich der Berg von Norden her frei wurde, startete ein Polizeihubschrauber aus Salzburg, fand schließlich den unverletzten Bergsteiger und setzte ihn am Ahornkaser ab.




 

Foto: F. Farthofer

Am Sonntagmorgen kam vom Kärlingerhaus die Meldung, dass eine 46-jährige Frau aufgrund einer Beinverletzung nicht mit eigener Kraft absteigen kann. Die Verletzte wurde mit dem Rettungshubschrauber „Christoph 14“ zum Krankenhaus Berchtesgaden gebracht.

Gegen 15.20 Uhr am vergangenen Dienstag stürzte im Bereich des Dürrecker Kopfes in Schönau am Königssee ein Gleitschirmflieger ab. Der 50-jährige Münchner wollte mit seinem Schirm die Thermik nutzen, als ihm in Hangnähe sein Schirm einklappte und er deswegen abstürzte. Der Schirm verfing sich in den Latschen und der Pilot zog sich durch den Absturz leichte Verletzungen zu. Da der ADAC-Rettungshubschrauber „Christoph 1“ mit Seilwinde bereits bei der Bergwacht Ramsau im Einsatz. war, konnte in kurzer Zeit ein Luftretter und der Notarzt mit der Rettungswinde an der Unfallstelle abgesetzt werden. Der schwer verletzte Gleitschirmpilot wurde notärztlich versorgt, mit der Winde in den Hubschrauber aufgenommen und zum Krankenhaus Berchtesgaden geflogen.




 

Foto: F. Farthofer

Dieser Einsatz war noch nicht ganz abgeschlossen, kam schon der nächste Alarm zu einem Verkehrsunfall auf der Rossfeldstraße. Nach Sachlage fuhr eine 62-jährige Österreicherin die Roßfeld-Höhenringstraße talwärts und kam aus bisher unbekannten Gründen auf gerader Strecke nach rechts von der Fahrbahn ab. Im Verlauf fuhr sie zirka 100 Meter einen steilen Abhang hinunter. In einer Senke kam das Fahrzeug zum Stehen. Die Verletzte musste von der Bergwacht geborgen und mit einer Gebirgstrage zu einem Rettungsfahrzeug auf der Rossfeldstrasse gebracht werden.




 

Danach stieg die selbe Gruppe Bergwachtmänner von Hinterbrand zum Dürreckberg auf, um den dort noch in den Bäumen hängenden Gleitschirm zu bergen.

Um 18:35 Uhr wurde von der Königssee-Schifffahrt gemeldet, dass sich im Bereich des Nassen Palven ein Wanderer in Bergnot befindet. Die Hilferufe und das Winken mit einem weißen Tuch wurde von zwei Bootsbesatzungen und den Passagieren gehört und gesehen. Mit dem Einsatzboot der Wasserwacht Berchtesgaden wurde eine weitere Einsatzgruppe der Bergwacht zur beschriebenen Stelle gebracht. Lange Zeit wurde durch rufen und mit Lichtzeichen versucht, mit der Person Kontakt zu bekommen. Auch der Melder der Schifffahrt wurde noch zur Einsatzstelle geholt. Die Bergwachtmänner stiegen zur beschriebenen Stelle auf , mussten aber dann gegen 21:00 Uhr die Suche ergebnislos abbrechen. Vermutlich konnte sich der Betreffende selbst aus seiner misslichen Lage befreien und ist dann nach Königssee zurückgegangen. Leider hatte er vergessen, sich dort zu melden, nachdem er doch vorher um Hilfe gerufen hatte.