Nach anhaltenden winterlichen Verhältnissen lockte das abrupt einsetzende hochsommerliche Wetter der vergangenen Woche viele Gäste und Einheimische zum Wandern auf die Berge. Entsprechend häuften sich bei der Bergwacht Berchtesgaden die Einsätze.
Am Montag musste ein Urlaubsgast aus dem Raum Kaiserslautern von der Königsbachalm nach einem Schwächenfall zu Tal gebracht werden. Der 72-jährigen Frau wurde die Wanderung im Jennergebiet bei der ungewohnten Wärme zu anstrengend.
Am Mittwoch kam von der Rettungsleitstelle die Alarmierung zu einem Drachenfliegerabsturz am Jenner. Ein 63-jähriger Pilot aus dem Landkreis Weilheim ist nur kurz nach dem Start von der Rampe an der Jennerbahn-Bergstation aus niedriger Höhe abgestürzt. Eine Einsatzgruppe fuhr mit zwei Bergrettungsfahrzeugen zur Bergstation. Ohne äußere Verletzungen war der Mann kurze Zeit bewusstlos und wurde deshalb zur Abklärung in das Krankenhaus Berchtesgaden gebracht.
Zwei Unfälle beim Bergwandern wurden am Donnerstag gemeldet. Zunächst zog sich ein 63-jähriger Urlaubsgast bei einem Sturz im Jennergebiet eine Verletzung zu. Nach einer Versorgung durch die Bergwacht wurde der Verletzte zum Krankenhaus Berchtesgaden gebracht.
Um 20:20 Uhr kam per Handy ein Notruf über die Rettungsleitstelle aus der Röth. Eine 56-jährige Frau aus Nordbayern stürzte auf einen Steig und zog sich dabei mehrere Verletzungen zu. Da der konkrete Unfallort aus der Meldung nicht erkennbar war und die Zeit bis zum Einbruch der Nacht drängte, stand eine Einsatzgruppe mit Bergwachtarzt am Landeplatz bereit. Beim ersten Anflug mit dem Rettungshubschrauber „Christoph 14“ wurde erkannt, dass die Verletzte bereits zur Wasseralm gebracht wurde. Nach einer ärztlichen Versorgung wurde die Frau zum Krankenhaus Berchtesgaden geflogen.
Am Samstagmittag kam es zu einem schweren Unfall im unteren Teil des Landtalsteiges. Während des Abstieges wurde ein Bergwanderer aus Rheinland-Pfalz von einem herabstürzenden Stein im Gesicht und an der Schulter schwer verletzt. Glücklicherweise stürzte er vom Steig nicht ab. Seine Begleiter konnten mit einem Handy einen Notruf zur Rettungsleitstelle absetzen. Obwohl ein Blitzschlag kurz vorher das Alarmierungssystem des Rettungsdienstes gestört hatte, konnte der Einsatzleiter der Bergwacht den Einsatz fast ohne Verzögerung organisieren.Zunächst wurde ein Bergwachtmann und ein Bergwachtarzt mit dem Rettungshubschrauber „Christoph 14“ von der Fischunkelalm aus mit dem Bergetau an der im Wald liegenden Unfallstelle abgesetzt. Ein weiterer Bergwachtmann wurde auf diese Weise mit der Gebirgstrage vor Ort gebracht. Nach der notärztlichen Versorgung musste der 49-jährige Mann im Rettungsgerät zu einem günstigen Aufnahmeplatz ca. 50 m abgeseilt werden. Von dort konnte er zusammen mit einem Bergwachtmann als Außenlast am Bergetau zur Fischunkelalm geflogen werden. Nach dem Umladen in die Kabine des Hubschraubers wurde der Verletzte weiter in eine Klinik nach Salzburg geflogen. Die an der Unfallstelle verbliebene Einsatzgruppe der Bergwacht wurde mit dem Boot der Wasserwacht in Salet abgeholt und zur Seelände gebracht.
Am Sonntagnachmittag erkrankte ein Urlaubsgast auf der Jennerbahn-Bergstation.Der Mann wurde mit dem Rettungshubschrauber zum Krankenhaus geflogen.