Ein 60-jähriger Skitourengeher aus Frankfurt am Main ist am Wochenende mit einer Lawine über die Röthwand abgestürzt und konnte am Montag nur noch tot geborgen werden.
Der ortsunkundige Mann hatte von Donnerstag auf Freitag im Stahlhaus genächtigt. Nach dem Eintrag im Hüttenbuch zu schließen hatte er die Absicht, am Freitag die Skitour »Kleine Reibe« zu gehen. Er brach schon gegen 6.00 Uhr auf und kam offensichtlich am Windschartenkopf in die Spur zur »Großen Reibe«. Vermutlich orientierte er sich auch an zwei Skitouristen aus München, die etwa 20 Minuten vor ihm auf der »Großen Reibe« unterwegs waren. Von diesen beiden wurde er noch im Bereich des Jägerbrunntroges gesehen. Der Frankfurter dürfte dann über den Eisgraben die Röth erreicht haben. Nach den bei der Suche vorgefundenen Spuren versuchte er zu einem unbestimmten Zeitpunkt, über die Röthwand das Tal zu erreichen.
Von den Angehörigen wurde am Sonntagabend bei der Polizei in Berchtesgaden eine Vermisstenanzeige erstattet. Die Polizei organisierte für Montag eine Vermisstensuche mit einem Polizeihubschrauber. Mit einem Polizeibergführer an Bord wurde gezielt der Bereich Röth abgesucht, dabei entdeckte man zunächst eine Spur in Richtung Röthwand und dann im obersten Teil der Wand noch zwei Ski. Am Wandfuß stellte man eine relativ frische Lawinenaufschüttung fest.
Mit dem Polizeihubschrauber wurde eine Bergwachtmannschaft mit zwei Lawinenhundeführern und der notwendigen Ausrüstung zur Fischunkel-Alm geflogen. Schon beim ersten Lawinenhundeeinsatz hat der Hund den Verschütteten verwiesen. Die Person lag nur 30 Zentimeter unter der Schneeoberfläche. Nach den gegebenen Umständen ist der Verunglückte etwa 350 Meter abgestürzt und wurde von den nachfolgenden Schneemassen verschüttet. Nach der Bergung durch die Bergwacht und einem Polizeibergführer wurde der Tote mit dem Polizeihubschrauber nach Königssee geflogen.