Am Sonntag um 06:30 Uhr riefen per Handy zwei Bergsteiger aus der Watzmann Ostwand bei der Rettungsleitstelle an. Als der Einsatzleiter der Bergwacht Berchtesgaden Kontakt mit den beiden aufnahm, wollten sie zunächst nur an Hand von GPS-Koordinaten erfragen, wo ihr momentaner Standort in der Wand ist.
Bei dem Gespräch erfuhr der Einsatzleiter, dass die Seilschaft bereits am Samstag gegen 06:30 Uhr in die Wand eingestiegen ist und zur Zeit im Bereich des Münchner Weges, weit ab von der vorgesehenen Route und ca. 900 Höhenmeter unter der Südspitze, fest sitzt. Schließlich baten der 54- und 43-jährige Kletterer aus Berlin, dass sie von der Bergwacht aus Bergnot gerettet werden.
Ein Polizeihubschrauber mit Rettungswinde wurde für den Einsatz zugesagt. Im Tal und zum Teil auch in der Wand lag noch dichter Nebel. Gegen 09:45 Uhr konnte die Maschine über dem Nebel auf dem Büchsenkopf landen und von dort mit zwei Bergwachtmänner zu einem Suchflug starten. Die beiden Bergwachtmänner konnten gerade noch bei den beiden Berlinern abgesetzt werden, als der Nebel die Wand wieder verhüllte. Erst am frühen Nachmittag war es während zwei kurzen Aufhellungen möglich, jeweils einen Bergwachtmann mit einem Geretteten mit der Winde aufzunehmen.