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05.07.2005

Vermisster Bergsteiger tot geborgen

Fotos: Bergwacht Berchtesgaden & F. Farthofer



Einer der beiden im Watzmanngebiet vermissten Bergsteiger konnte am Montagnachmittag nur noch tot geborgen werden. Eine Hubschrauberbesatzung entdeckte die Leiche des 66-Jährigen unweit der Biwakschachtel in der Ostwand. Die Suche nach dem 59-jährigen Begleiter brachte bislang keinen Erfolg und soll bei Flugwetter fortgesetzt werden. Die beiden konditionsstarken, aber bergunerfahrenen Männer aus Mühlheim an der Ruhr waren am Samstagmittag vom Watzmannhaus zur Überschreitung aufgebrochen und galten seitdem als vermisst.

Bergwacht und Polizei stehen vor einem Rätsel. Denn schon beim ersten Suchflug am Montagmorgen hatte man im Gipfelbuch der Südspitze einen euphorischen Eintrag der beiden Bergsteiger festgestellt. Es gab keine Hinweise auf irgendwelche Probleme. Als die Suche entlang des Normalabstiegs über das Schönfeld keinen Erfolg brachte, flog man in die Ostwand. Dort wurden die Rettungs kräfte schon nach wenigen Minuten fündig. Sie entdeckten die Leiche des 66-Jährigen unweit der Biwakschachtel rund 400 Meter unterhalb der Südspitze. Es gibt bislang keine Hinweise auf den Hergang des Unfalls. Der Tote wurde nach einer Zwischenlandung auf dem Hirschwieskopf zum Landeplatz in Ramsau geflogen.



Die Bergwachtbereitschaften von Ramsau und Berchtesgaden sowie die Alpine Einsatzgruppe der Polizei setzten bis zum Abend die Suche nach dem zweiten Bergsteiger fort. Ein Hubschrauber setzte in der Ostwand auch Bergwachtmänner ab, deren Rufe aber nicht erwidert wurden. Die Chancen, dass der zweite Vermisste noch lebend geborgen werden kann, sind deshalb äußerst gering.




 

Zwischenzeitlich waren in die Vermisstensuche auch Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamtes involviert. Weil das Handy eines der Vermissten zunächst noch Signale abgegeben hatte, bestand die Chance, mittels Handy-Ortung fündig zu werden. Die Spezialisten hatten aber kein Glück, weil wohl mittlerweile der Handy-Akku leer war. Insgesamt waren am Montag über 30 Rettungskräfte im Einsatz.

Am Rande des Großeinsatzes gab es für die Bergwachtmänner aus Berchtesgaden und Ramsau noch zwei weitere Alarmierungen. Am Stuhlwandgrat des Funtenseetauern hatte sich ein Bergsteiger eine Knieverletzung zugezogen. Der Rettungshubschrauber »Christoph 14« aus Traunstein flog zwei Bergretter mit dem Notarzt zur Unfallstelle. Dort barg man den Verletzten mithilfe des Bergetaus, flog ihn zum Landeplatz und übergab ihn dem Rettungsdienst.

Fast zur selben Zeit hatte sich ein älterer Wanderer auf dem Soleleitungsweg rund einen Kilometer vor Gerstreit eine schmerzhafte Schulterluxation zugezogen. Ein Ramsauer Bergwachtmann brachte den Notarzt mit dem Motorrad zur Unfallstelle, wo das Gelenk zunächst wieder eingerenkt wurde. Dann brachten Bergwachtmänner den Patienten mit der Gebirgstrage nach Gerstreit, wo bereits der Sanka wartete.


Ulli Kastner
Berchtesgadener Anzeiger



2005 / Jul. - Dez.
07.07.2005