 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 | 03.04.2005 |
|
|
Im Nebel verirrt
|
Das schöne Wetter der letzten Tage lockte viele Pistenskifahrer, Skitourengeher und auch Wanderer auf die Berge. Die Bergwacht Berchtesgaden wurde zu einer Reihe von Einsätzen in den verschiedenen Bereichen gerufen.
Der 6-jährige Max aus Bremen war es, der am Mittwoch beim Skifahrern am Jenner stürzte und tapfer seine Schmerzen ertrug. Bergwachtmänner versorgten den kleinen Skifahrer und brachten ihn behutsam im Ackja vom obersten Teil der Piste zur Mittelstation und von dort mit der Bahn in das Tal.
Am Donnerstag hat sich im Bereich der Klingeralm ein Wanderer eine Beinverletzung zugezogen. Auf dem teilweise noch mit Schnee bedeckten Weg erreichten Bergwachtmänner mit einem geländegängigen Rettungsfahrzeug bis auf wenige Meter die Unfallstelle. Der 42-jährige Mann aus Berlin wurde versorgt und zum Kreiskrankenhaus gebracht.
Ebenfalls am Donnerstag sind ein Mann und eine Frau aus dem Raum Salzburg vom Stahlhaus aus zu einer Skitour über die Kleine Reibe aufgestiegen. Zunächst war der erste Teil der Strecke vom allgemein herrschenden Nebel noch frei. Beim Aufstieg zum Hohen Roßfeld war der Nebel dann plötzlich so dicht, dass ein orientieren nicht mehr möglich war. Die beiden gerieten in steiles Gelände in Richtung Stiergraben. Da es bereits dunkel wurde, bat der Mann über sein Handy um Hilfe. Eine Einsatzgruppe der Bergwacht wurde mit einem Pistenfahrzeug der Jennerbahn zum Mitterkaserjoch gebracht. Von dort fuhren die Bergwachtmänner zum Priesberg ab und stiegen dann in zwei Gruppen über den Stiergraben und zum Hohen Roßfeld auf. Durch ein ständiges Rufen kamen sie, bei nur wenigen Meter Sicht, mit dem Paar abseits der Route zusammen. Beide waren unverletzt und konnten mit der Rettungsmannschaft zur Königsbachalm abfahren. Über den Königsweg erreichten sie gegen 22:00 Uhr das Rettungsfahrzeug bei der Mittelstation.
Während dieses nächtlichen Einsatzes meldeten besorgte Angehörige einen 40-jährigen Skitourengeher aus dem Raum Aschaffenburg auf der Großen Reibe als vermißt. Der Mann war alleine unterwegs und hatte sich mit seinem Handy nicht, wie vereinbart, gemeldet. Hier ist zu bemerken, dass auf der „Großen Reibe“ aus vielen Bereichen eine Handyverbindung nicht möglich ist.
In den frühen Morgenstunden des Freitag liefen die Nachforschungen gemeinsam mit der Polizeiinspektion Berchtesgaden an. Schließlich wurde zur Suche ein SAR-Hubschrauber der Bundeswehr aus Penzing angefordert. Mit Bergwachtmännern an Bord wurde das große Gebiet bei guten Sichtverhältnissen abgesucht. Gerade als auch noch ein Polizeihubschrauber zur Suche eintraf, meldete sich der Vermißte über sein Handy. Er erreichte am Donnerstag bei Nebel die Wasseralm und mußte dort die Nacht verbringen. Am Morgen konnte er die Tour fortsetzen. Mit seinem Mobiltelefon bekam er erst eine Verbindung, als er in einer bestimmten Höhe im Aufstieg zum Funtenseetauern war.
Am Samstag stürzte ein Skitourengeher im Aufstieg zum Mitterkaserjoch am Jenner, rutschte ein Stück ab und zog sich eine schwere Verletzung zu. Er wurde von der am Jenner anwesenden Bergwachtgruppe versorgt. Zur weiteren notärztlichen Versorgung und zum Transport in das Krankenhaus wurde der Rettungshubschrauber „Christopherus 6“ aus Salzburg angefordert.
Zwei 19-jährige Männer aus Bad Honnef verbrachten hier in Berchtesgaden einen Kurzurlaub. Am Samstagvormittag machten sie eine Wanderung auf den Grünstein. Ohne weitere Absicht gingen sie weiter nach Kühroint und von dort zur Archenkanzel. Bei dem herrlichen Ausblick nach St. Bartholomä kam der Entschluß, auch dorthin noch abzusteigen. Aus einer mitgeführten Wanderkarte war der „Weg“ ersichtlich. In Rinnen und Mulden liegt noch Schnee, die Ausrüstung und Bekleidung der beiden war alles andere als alpin. Am Abend erreichten sie St. Bartholomä. Das letzte Schiff war längst abgefahren. Aus der Wanderkarte war wieder ersichtlich, dass ein Steig über die Schrainbachalm und Salet am Ostufer des Königssee nach Schönau führt. Gegen 20:00 Uhr erreichten sie bei völliger Dunkelheit Salet. Wie und auf welchem Weg das konnte von der Bergwacht nicht nachvollzogen werden. Von dort riefen sie mit einem Handy im Urlaubsquartier an und schilderten ihre Lage. Neben dem Boot der Wasserwacht wurde die Bergwacht über die Rettungsleitstelle alarmiert. Der Königssee hat im südlichen Teil noch eine geschlossene Eisdecke. Die Bergwachtmänner sollten am Beginn der Eisdecke am Ufer abgesetzt werden und zu Fuß nach Salet gehen, um die beiden Wanderer zum Boot zu bringen. Das Wasserwachtboot konnte aber auf einer bereits vorhandenen Bootsgasse im Eis bis nach Salet durchfahren. Das Polizeiboot stand ebenfalls für einen Einsatz bereit.
|
|
|
|
22.03.2005 03.06.2005
|
|
 |
 |
 |
 |
|
 |