Nach einigen Pistenunfällen während der vergangenen Woche hatte die Bergwacht Berchtesgaden am gestrigen Sonntag noch einen größeren Einsatz. Gegen 13:40 Uhr ging bei der Rettungsleitstelle per Handy ein Notruf ein. Zwei Skibergsteiger aus dem Oberallgäu machten eine Tour auf den Schneibstein. Bei der Abfahrt stürzte ein 27-Jähriger im dichten Nebel ca. 10 Gehminuten unter dem Gipfel, auf einer Höhe von 2250 m, und zog sich dabei eine schwere Beinverletzung zu. Ein Weiterkommen mit eigener Kraft war nach der Schilderung des Begleiters nicht möglich. Die Sichtweite lag zum Teil unter 10 m. An einen Hubschraubereinsatz war nicht zu denken.
Als erste Maßnahme wurde der Hüttenwirt vom Stahlhaus, Heli Pfitzer, verständigt. Er wußte, dass nur zwei Personen zum Schneibstein aufgestiegen sind. Ausgerüstet mit Wärmematerial und der weiteren Ausrüstung war er schon nach wenigen Minuten im Aufstieg zur Unfallstelle, die schon nach einer knappen Stunde erreichte wurde. Über Funk schilderte der „Heli“ dem Einsatzleiter die Situation.
Gleichzeitig stiegen die ersten Bergwachtmänner vom Jenner aus mit einem Ackja zum Schneibstein auf. Eine weitere Gruppe mit einem Bergwachtarzt folgte und bracht noch medizinisches und technisches Gerät nach.
Gegen 16:30 Uhr war der Verletzte im Rettungsgerät versorgt. Bei dichtem Nebel und aufgeweichten Schnee konnte der Abtransport beginnen. Im untersten Teil des Berges mußte der Ackja abgeseilt werden. Dabei lichtete sich der Nebel etwas auf und weckte die Hoffnung auf einen Hubschraubereinsatz. Der Rettungshubschrauber aus Traunstein versuchte von Königssee und von Golling aus das Stahlhaus zu erreichen, mußte aber unverrichteter Dinge wieder nach Traunstein zurückfliegen.
Die Rettungsmannschaft setzten den Transport über die Königsbachalmen und den Hochbahnweg fort und erreichte um 19:00 Uhr die Talstation der Jennerbahn, wo bereits ein Rettungsfahrzeug des BRK zur Übernahme bereit stand.
Insgesamt waren 11 Einsatzkräfte rund 5 Stunden für den Aufstieg und den Abtransport mit dem Ackja über 1650 Meter Höhenunterschied bei widrigen Sicht- und Schneeverhältnissen im Einsatz.