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 | 11.12.2004 |
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Service für Skifahrer und Tourengeher
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“Der Lawinenlagebericht gehört zur Vorbereitung jeder Skitour und kann lebensrettend sein", betont Dr. Bernhard Zenke, Leiter der Lawinenwarnzentrale im Bayerischen Landesamt für Wasserwirtschaft. Unter Vorsitz von Landrat Georg Grabner trafen sich fast 30 Vertreter der Lawinenkommissionen und Sicherheitsbehörden im Landkreis zur Winterdienstbesprechung. Für die Arbeit der ehrenamtlichen Kommissionsmitglieder fand der Landrat nur lobende Worte: Die Empfehlungen der Lawinenkommissionen sind unverzichtbare Elemente der Gefahrenabwehr im alpinen Raum.
Im Berchtesgadener Land sind drei Lawinenkommissionen für die Gemeindegebiete von Schönau am Königssee, Ramsau, Schneizlreuth, Bad Reichenhall und Piding zuständig. Die Kommissionen treten bei drohenden Lawinengefahren, zum Beispiel nach starken Schneefällen, zur Beratung zusammen und geben anschließend eine Handlungsempfehlung an die Sicherheitsbehörden ab. Um die Bevölkerung vor Gefahren zu schätzen, sind manchmal Sperrungen von Wegen oder Straßen notwendig. "Sperrungen werden nur bei konkret drohenden Lawinengefahren eingerichtet. Wir appellieren daher an alle Verkehrsteilnehmer, sie unbedingt zu beachten", mahnten die Experten.
Unter der Beobachtung des Lawinenwarndienstes steht auch das Skigebiet am Jenner. Hubert Heil, Obmann der Kommission Schönau, machte deutlich, dass eine Verkehrssicherungspflicht erst mit Eröffnung des Verkehrs der Jennerbahn beginne. Heil wies auch darauf hin, dass der so genannte "freie Skiraum" außerhalb der markierten und gesicherten Pisten nicht vom Lawinenwarndienst betreut und überwacht werde. Besorgt zeigte sich Dr. Zenke über Meldungen, in denen Skitouren auf Pisten generell als besonders lawinensicher heraus gestellt werden. "Nur während der Betriebszeiten liegt die Verkehrssicherungspflicht bei den Bergbahnen", warnte der Leiter der Lawinenwarnzentrale; außerhalb dieser Zeiträume können Skigebiete durchaus lawinengefährdet sein und auch "Pisten-Tourengeher" seien dann für ihr Handeln ausschließlich selbst verantwortlich.
Ein tägliches Muss für Bergführer, Tourengeher und Tourismusverbände ist der Lawinenlagebericht. Er wird tagesaktuell von der Lawinenwarnzentrale herausgegeben. Dabei sei jedoch wichtig zu wissen, dass der in der Presse erscheinende Bericht den Stand des Vortages wiedergebe, erklärte Dr. Zenke. "Gerade Tourengeher sollten, um die neuesten Informationen zu erhalten, die vielfältigen Angebote der Lawinenwarnzentrale nutzen: über Internet (www.lawinenwarndienst.bayern.de), Videotext (BR, Tafel 646), Telefonband (089/9214-1210), oder E-Mail sind diese jederzeit abrufbar", so der Leiter der Lawinenwarnzentrale. Der Salzburger Lawinenlagebericht kann über Telefon 0043/662/1588 und am Wochenende über Teletext ORF, Seite 615, abgerufen werden. Den internationalen Lawinenlagebericht gibt es unter www.lawinen.org.
Zur Erfolgsbilanz des funktionierenden Zusammenspiels zählt, dass es auf den überwachten und freigegebenen Pisten seit Jahrzehnten keine tödlichen Lawinenunfälle gab. Sorgen bereitet den Experten dagegen ein Trend abseits der Pisten: "Leichtsinn wird zum Risikofaktor Nummer eins".
Bericht im Berchtesgadener Anzeiger vom 11.12.2004
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Lawinenkommission Schönau am Königssee
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Nach dem großen Lawinenunglück auf der Zugspitze am 15. Mai 1965 wurde in Bayern nach einer Übergangslösung mit den bestehenden Lawinenwarndiensten in Tirol und Salzburg im Dez. 1967 der amtliche bayerische Lawinenwarndienst in Betrieb genommen. Eine inzwischen bewährte und international anerkannte Einrichtung. Im Raum Berchtesgaden sind die drei Lawinenkommissionen in Schönau am Königssee, Ramsau und Saalachtal tätig. Sie beraten mit ihren Erkenntnissen und Beobachtungen die Gemeinden als Sicherheitsbehörde und die Lawinenwarnzentrale.
Als Beurteilungshilfen stehen den Lawinenkommissionen je eine automatische Meßstationen am Jenner und auf der Reiteralpe zur Verfügung. In drei Schneemeßfeldern werden regelmäßig Schneedeckenuntersuchungen durchgeführt und zusätzlich sind Früh- und Nachmittagsbeobachter eingesetzt. Mit dem Ergebnis dieser bayernweiten Einrichtungen wird in der Lawinenwarnzentrale in München täglich zwischen 07:30 und 08:00 Uhr Lawinenlagebericht erstellt und ausgesendet.
Der Lawinenlagebericht mit seiner internationalen fünfstelligen Gefahrenskale ist Grundlage für die Beurteilung der Lawinengefahr.
Der Berchtesgadener Anzeiger hat beispielgebend von Anfang an in jeder Ausgabe den Lawinenlagebericht für seine Leser abgedruckt. Zwangsläufig konnte aber immer nur der Lagebricht vom vorhergehenden Tag veröffentlicht werden. Im Verlauf der letzten Jahre haben sich die skitouristischen Strategien geändert. Gängige Beurteilungshilfen wie z.B. die „Snow Card“ ,vom Deutschen Alpenverein empfohlen, "3 x 3 Lawinen“ von Munter oder "Stop or Go“ vom ÖAV basieren jeweils auf der Gefahrenstufe aus dem aktuellen Lagebericht.
Um dadurch bedingte Fehlentscheidungen bis hin zu Regressansprüchen vorzubeugen, wird der Berchtesgadener Anzeiger und auf Empfehlung des Deutschen Alpenvereins auch andere Printmedien den Lawinenlagebericht im kommenden Winter nicht mehr abdrucken.
Der Lawinenlagebericht wird im kommenden Winter auch differenzierter für verschiedene Regionen erstellt werden. Skibergsteiger, Variantenfahrer, Snnnowboarder, Freerider und alle interessierten Wintersportler haben vielfältige Möglichkeiten, den jeweils aktuellen Lawinenlagebericht abzurufen bzw. einzusehen.
Hubert Heil, Obmann LK Schönau a.K.
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Lawinenlagebericht für den bayerischen Alpenraum
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Lawinenlagebericht für das Land Salzburg
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im Internet
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über Telefonband (0043/662) 1588
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Lawinenwarnzentrale (0043/662) 8042-2170
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per Faxabruf (0043-662) 8042-3033
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auf ORF-Teletext mit regionalen Lageberichten Seite 615
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im Rundfunk täglich 6.30, 7.30, 8.35, 12.30 und 16.45 (Sonn-/ Feiertage 7.30) in Radio Salzburg
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Lawinenlagebericht international
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17.11.2004
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