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 | 05.11.2004 |
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Aufwendige Suchaktion im Hagengebirge
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Am vergangenen Donnerstag und Freitag hatte die Bergwacht Berchtesgaden in Zusammenarbeit mit der Polizei sowie der Bergrettung und Gendarmerie Golling eine große, aufwendige Suchaktion nach einem Vermißten Touristen im Hagengebirge.
Am Donnerstag gegen 09:00 Uhr meldete sich ein Mann per Handy am Hugo-Beck-Haus am Jenner und teilte mit einer unklaren Ortsangabe mit, dass er sich im Bereich des Seeleinsee in Bergnot befinde und Hilfe brauche. Zunächst hat die Bergwacht Berchtesgaden mit dem Rettungshubschrauber aus Traunstein erste Suchflüge durchgeführt und Suchgruppen ausgesetzt. Zwei Bergwachtmänner aus Freilassing waren an der Bergwachthütte am Seelein und haben von dort aus die Suche aufgenommen. Mit einem nachgeforderten SAR-Hubschrauber der Bundeswehr, der zur Zeit für Ausbildungszwecke in Oberjettenberg stationiert ist, wurden weitere Suchgruppen abgesetzt und großräumig das ganze Gebiet abgesucht.
Ein Vermieter aus Oberau hat kurz nach Beginn des Einsatzes einen Gast als vermißt gemeldet. Umfangreiche Ermittlungen der Polizeiinspektion Berchtesgaden führten zur Feststellung der Person und der noch nicht bekannten Handynummer sowie zum Auffinden des PKW am Parkplatz Königssee. Nach einem nochmaligen kurzen Handykontakt ohne Ortsangabe war dann die Verbindung zu der Person endgültig abgebrochen. Mit einem Polizeihubschrauber wurde ein Spezialist des Bayerischen Landeskriminalamtes eingeflogen, der mit einem der Polizei zu Verfügung stehenden Gerät ein eingeschaltetes Handy fast punktgenau orten kann. Leider führte auch dieses System zu keinem Erfolg, weil der Akku des Mobiltelefon vermutlich leer war.
Über die Gendarmerie Salzburg wurde dann gegen 16:00 Uhr in Erfahrung gebracht, dass die Notfallmeldung mit Handy über einen Sender am Rengerberg bei Vigaun gelaufen ist. Daraufhin wurde die Bergrettung und Gendarmerie in Golling alarmiert und die Suche auf das Bluntautal und die Schlum ausgedehnt. Die Hubschrauberflüge mußten vor Einbruch der Dunkelheit abgebrochen werden. Bergrettung und Gendarmerie aus Golling kehrten vor Mitternacht ergebnislos vom Einsatz zurück. Ein Suchflug eines Hubschraubers mit Wärmebildkamera der Polizeihubschrauberstaffel Bayern mußte wetterbedingt im Anflug abgebrochen werden.
Am Freitag ab 06:30 Uhr wurde die Suche auf beiden Seiten fortgesetzt. Eine akute Wetterverschlechterung mit Schneefall war angekündigt und erkennbar. Je ein Polizeihubschrauber aus Bayern und Salzburg, insgesamt 30 Einsatzkräfte der Bergwacht und Polizei Berchtesgaden sowie der Bergrettung und Gendarmerie Golling, darunter 5 Suchhundeführer, waren im Einsatz. Gegen 09:30 Uhr wurde der Vermißte von der Besatzung des Gendarmeriehubschraubers „Libelle“ aus Salzburg unverletzt im Bereich des Vorderschlumsee gesichtet und geborgen.
Der 49jährige Tourist aus dem Raum Würzburg war am Mittwoch mit der Jennerbahn zur Bergstation gefahren. Über das Torrener Joch stieg er zum Schneibstein auf und wollte von dort über den Seeleinsee und den Stiergraben wieder in das Tal absteigen. An einem nicht mehr nachvollziehbaren Punkt verlor er die Orientierung und kam auf Umwegen in die Schlum. Dort verbrachte er die erste Nacht im Freien. Am Donnerstagmorgen kam er in ein schwieriges Gelände und setzte dort den erwähnten Notruf ab. Im Verlauf des Tages konnte er selbst wieder aus seiner mißlichen Situation herauskommen und kam schließlich an den Vorderschlumsee in der festen Überzeugung, dass er nun den Seeleinsee gefunden hat. Obwohl er keinerlei Biwakausrüstung bei sich hatte, überstand er dort die zweite Nacht ohne wesentliche Folgen.
Hervorzuheben ist bei diesem Einsatz das ausgezeichnete und effektive Zusammenwirken aller Einsatzkräfte aus Golling und Berchtesgaden und der verschiedenen Hubschrauberbesatzungen.
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01.10.2004 13.11.2004
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