Auch in der vergangenen Woche wurde die Bergwacht Berchtesgaden zu einer Reihe von Einsätzen alarmiert. Ein tödlicher Bergunfall ereignete sich am Samstag am Hohen Göll. Ein 65-jähriger Mann aus Mondsee/Österreich stieg mit seinem Sohn und einer weiteren Person vom Purtschellerhaus aus über die Schusterroute zum Hohen Göll auf. Eine weitere Gruppe von Bergsteigern war bereits etwas höher, hatte sich aber verstiegen.
Beim Einqueren in die Schusterroute löste ein Amerikaner aus dieser Gruppe einen Stein aus, der den unterhalb stehenden Mann traf. Dieser stürzte dadurch zirka 30 Meter ab und erlitt schwere Kopfverletzungen. Ein Bergwachtmann aus Berchtesgaden kam auf einer privaten Tour unmittelbar danach zur Unfallstelle. Er führte eine Erstversorgung durch und alarmierte über Handy die Rettungsleitstelle Traunstein. Unabhängig davon hatten andere Bergsteiger die Rettungsleitstelle in Salzburg alarmiert. Nach kurzer Anflugzeit war der Rettungshubschrauber aus Salzburg vor Ort. Der Notarzt versorgte den Abgestürzten ehe er zum Landeskrankenhaus nach Salzburg geflogen wurde, wo er seinen schweren Verletzungen erlag. Der fast gleichzeitig eintreffende Rettungshubschrauber aus Traunstein mit der Bergwacht Berchtesgaden musste nicht mehr eingesetzt werden. Ein Polizeibergführer der Polizeiinspektion Berchtesgaden hat an der Unfallstelle die polizeilichen Ermittlungen aufgenommen.
Am letzten Sonntag war es eine 55-jährige Frau aus dem Berchtesgadener Tal, die sich während einer Bergwanderung im Königstal Verletzungen zugezogen hatte. Sie wurde nach der Versorgung mit einem geländegängigen Rettungsfahrzeug zum Krankenhaus gebracht.
Am Montag wurden am späten Nachmittag Hilferufe aus dem Pflugtal gemeldet. Eine Einsatzgruppe musste im Endstal die Rufe erst lokalisieren und per Handyverbindung den Standort bestimmen. Der Bergwanderer aus dem Raum Aschaffenburg kam im obersten Pflugtal von der Route ab und kam schließlich im schwierigen Gelände nicht mehr weiter. Von den Bergwachtmännern gesichert, erreichte er dann wohlbehalten das Tal. Ebenfalls am Montag gegen 22.00 Uhr wurden Lichtzeichen vom Tal aus an der Westseite des Hohen Bretts gemeldet. Der Bereich wurde weiter vom Tal aus beobachtet während die Bergwachtmänner die Stelle absuchten. Nach Mitternacht wurde die Aktion ergebnislos abgebrochen.
Am Dienstag stürzte ein 74-jähriger Tourist aus dem Raum Dresden beim Abstieg vom Jenner. Der Mann zog sich dabei eine schwere Verletzung zu. Zur Versorgung wurde von der Bergwacht der Notarzt nachgefordert. Notärztlich versorgt wurde der Verletzte mit dem Bergrettungsfahrzeug zum Krankenhaus gebracht. Am Mittwoch hat sich ein vierjähriger »Bergsteiger« aus Berchtesgaden auf der Kneifelspitze verletzt. Der kleine Mann wurde von den Bergwachtmännern versorgt und dann zusammen mit seiner Mutter zum Krankenhaus gefahren.