Das nun schon seit einigen Jahren von der Bergwacht Berchtesgaden gemeinsam mit der Jennerbahn durchgeführte Johannifeuer unterhalb der Jennerbahn Bergstation war auch in diesem Jahr wieder ein gelungenes Bergfest. Der vergangene Samstag war ausnahmsweise vom schönen und niederschlagsfreien Wetter begünstigt, so konnte eine große Zahl von Einheimischen und Gästen den schönen Abend am Bergfeuer genießen. Darunter waren auch knapp 40 Kinder, die von der Jennerbahn kostenlos transportiert und von der Bergwacht besonders betreut wurden. Die Kleinen durften nach einem kleinen Fackelzug den Scheiterhaufen entzünden. Eine kleine Musikgruppe hat mit stimmungsvollen almerischen Weisen dem Abend eine besondere Atmosphäre gegeben. Für viele war die bis 24:00 Uhr mögliche nächtliche Talfahrt mit der Jennerbahn ein zusätzliches schönes Erlebnis. Bergwachtmänner haben mit Unterstützung des Wirtes vom Mitterkaser das Feuer mit Holz von einem trockenen, dürren Baum am Freitag vorbereitet.
Die Bergwachtmänner hatten aber in dieser Nacht außerdem noch einiges zu tun. Insgesamt hat die Rettungsleitstelle zu drei Einsätzen alarmiert. Gegen 19:00 Uhr mußte zunächst ein verletzter Bergwanderer aus Mühlhausen im Gotzental versorgt und zu Tal gebracht werden.
Um 22:15 Uhr kam dann eine Vermißtenmeldung im Gebiet des Kehlstein. Bei den ersten Nachforschungen und Einsatzvorbereitungen, zusammen mit der Polizeiinspektion, kam der Vermißte in sein Quartier zurück. Gegen 22:30 Uhr hat ein einheimischer Bergsteiger vom Dürreckberg aus Lichtzeichen in der Westwand des Hohen Göll wahrgenommen und die Bergwacht verständigt.
Während eine Einsatzgruppe von der Kehlsteinstraße aus Ruf- und Sichtverbindung mit den in Not geratenen Bergsteigern herstellen konnte, stieg eine zweite Gruppe vom Steftensteig aus in die Westwand ein. Sie erreichten nach Mitternacht eine Seillänge oberhalb des „Trichterwiesl“ einen 53-jährigen Mann aus Fürth und dessen 39-jährigen Seilgefährten aus Nürnberg. Beide waren unverletzt aber völlig erschöpft. Eine nächtliche Abseilaktion hätte sich bis zum Morgen hingezogen. Die Bergwachtmänner versorgten deshalb die beiden Bergsteiger und biwakierten mit ihnen in der Wand. In den frühen Morgenstunden wurden die beiden in Bergnot geratenen und die Bergwachtmänner mit einem Polizeihubschrauber aus der Wand geflogen und am Bergwachtlandeplatz abgesetzt. Die Seilschaft stieg gut ausgerüstet schon am frühen Morgen in die „alte Westwandführe“ ein. Kam aber, vermutlich wegen zu schwerer Rucksäcke, langsam voran und von der richtigen Route ab. Der Einsatz war gegen 08:00 Uhr beendet.
In der vergangenen Woche wurde noch ein 75-jähriger Mann aus dem Raum Karlsruhe erschöpft am Jenner geborgen und zu Tal gebracht.