Am Montagabend hatte die Bergwacht Berchtesgaden zwei schwierig verlaufende Nachteinsätze. Für die Bergwachtmänner war der bis Mitternacht dauernde Einsatz mit mehreren Hubschraubern gar nicht so außergewöhnlich. Unangenehm war es eventuell für die große Zahl von Besuchern der großartigen „Alpensinfonie in Bildern“ beim Open Air Kino im Sportstadion in Schönau am Königssee, in dessen Nähe der Hubschrauberlandeplatz der Bergwacht liegt.
Es sollte nicht eine Kopie des „Helikopter Streichquartett“ bei der Einweihung des Hangar 7 in Salzburg werden, bei dem Konzertmelodien verbunden mit Hubschraubergeräuschen geboten wurden. Aber um 19:45 Uhr hat eine Person vom Druckerboden aus beobachtet, dass angeblich im Bereich des Hohen Göll ein Gleitschirmflieger abgestürzt ist. Um 19:55 Uhr kam die Alarmierung: Eine Person in der Röthwand, im Bereich des Wasserfalles, in Bergnot.
Eine sofort eingeleitete Suche in den Göllumgängen mit dem Rettungshubschrauber aus Traunstein, mit einem Bergwachtmann an Bord, wurde nach Einbruch der Dunkelheit ergebnislos abgebrochen. Die Besatzung forderte einen zur nächtlichen Suche geeigneten Hubschrauber mit einer Wärmebildkamera nach. Die Zeit war inzwischen fortgeschritten. Der neu eingetroffene Hubschrauber vom Bundesgrenzschutz wurde zur Suche und Abklärung in der Röthwand eingesetzt. Dazu wurden auch Bergwachtmänner in Fischunkel am Fuße der Wand abgesetzt.
Für die Bergwachtmänner war es bei völliger Dunkelheit in dem steilen feuchten Gelände äußerst schwierig, an den Hilfsbedürftigen heranzukommen. Die spezielle Version dieses Hubschraubers ohne Rettungswinde, konnte aber zur Rettung nicht eingesetzt werden. So war es notwendig einen Polizeihubschrauber mit Winde anzufordern. Mit einer Meisterleistung ist es der Besatzung gelungen, bei völliger Dunkelheit in diesem engen Talkessel einen Bergwachtmann mit der Winde zu dem Mann abzulassen, um beide dann wieder aufzuwinden. Auch die drei Bergwachtmänner kamen um Mitternacht mit dem Polizeihubschrauber auf den Basislandeplatz zurück. Der 44-jährige Mann aus dem Raum München wollte am späten Nachmittag zur Wasseralm aufsteigen, hat dabei den Röthsteig verfehlt und geriet in ein sehr schwieriges Gelände. Die Suche am Hohen Göll wurde nicht mehr aufgenommen, weil bis dahin auch keine Vermisstenmeldung vorlag. Vermutlich lag eine optische Täuschung vor.
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