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20.07.2003

Mehrere Einsätze und Seilbahnbergeübung

Bei dem schönen und hochsommerlichen Wetter haben sich die Einsätze bei der Bergwacht Berchtesgaden am vergangenen Wochenende in Grenzen gehalten. Dazu hat sicher nicht nur das sehr warme Wetter, sondern auch der große Festzug anlässlich des Gautrachtenfestes in Berchtesgaden beigetragen.

Am Dienstag hat sich ein 50-jähriger Gast aus den Niederlanden im Bereich der Röth beim Bergwandern eine Beinverletzung zugezogen. Ein Bergwachtmann aus Berchtesgaden war zufällig auf der Wasseralm und konnte den Verletzten Erstversorgen sowie den Abtransport organisieren. Da der Rettungshubschrauber aus Traunstein bereits im Einsatz war, wurde der Rettungshubschrauber „Christopherus 4“ aus St. Johann eingesetzt.

Am Dienstagnachmittag ist dann noch eine 64-jährige Frau auf der Priesbergalm erkrankt. Die Urlauberin aus dem Raum München wurde von den Bergwachtmännern versorgt und mit einem Bergrettungsfahrzeug zum Krankenhaus Berchtesgaden gebracht.

Am Mittwoch hat sich eine 59-jährige Frau aus Berlin beim Wandern auf dem Jenner eine Verletzung zugezogen. Sie wurde ebenfalls von der Bergwacht versorgt und zum Krankenhaus Berchtesgaden gebracht.

Am Samstag hat ein 51-jähriger Gast aus Magdeburg am späten Nachmittag eine Wanderung über den Rabenwandsteig bis zum Königsbachwasserfall unternommen. Obwohl der Steig dort zu Ende war, setzte er seinen Weg so lange fort, bis er plötzlich im steilen Gelände war und einen freien Blick auf den Königssee hatte. Von einer momentanen Panik befallen, teilte er seine Situation über Handy seiner Tochter mit, die wiederum richtig gehandelt und die Rettungsleitstelle informiert hat. Der Einsatzleiter der Bergwacht Berchtesgaden erreichte den Mann über das Handy, konnte so den genauen Standort erfragen, ihn beruhigen und entsprechende Anweisungen geben. Vor dem Ausrücken einer Einsatzgruppe teilte der Wanderer in einem weiteren Gespräch mit, dass er wieder festen Boden unter den Füßen hat und sich bereits wieder auf dem Rabenwandsteig befindet.



Am Samstag, beim Tag der offenen Tür des Gebirgsjägerbataillons 232 in der Strub, hat sich auch die Bergwacht Berchtesgaden mit Fahrzeugen und Rettungsgeräten vorgestellt.

Kabinenbahnen und Sesselbahnen sind allgemein und speziell in Bayern sichere und streng überprüfte Transportmittel auf den Bergen. Der Seilbahnbetreiber ist auch verpflichtet, bei einem eventuellen völligen Stillstand der Bahn, alle auf der Strecke befindlichen Fahrgäste in einer möglichst kurzen Zeit zu evakuieren. Nach einer Statistik ist dies in Bayern seit 1970 pro Jahr nur in 0,4 Fällen notwendig geworden.
Da ein Seilbahnunternehmen nur mit den eigenen Kräften dazu nicht in der Lage wäre, werden die vorgeschriebenen Übungen jedes Jahr gemeinsam mit der Bergwacht und zum Teil auch mit den Feuerwehren durchgeführt.




 

Am vergangenen Freitagabend hat die Bergwacht Berchtesgaden mit der Jennerbahn zum wiederholten Male den Ernstfall geübt. Auch mit den anderen Seilbahnbetreibern im Talkessel führt die Bergwacht regelmäßig diese Übungen durch. Dazu werden von der Bergwacht auch fünf Bergesätze mit je einer Seillaufrolle und dem weiteren Zubehör vorgehalten. Ein Rettungstrupp besteht aus vier bis sechs Mann. Auch die Seilbahnen halten entsprechendes Rettungsgerät vor.




 

13.07.2003
27.07.2003