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 | 24.06.2003 |
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Hinweis für Bergsteiger in der Watzmannostwand!
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Die Biwakschachtel in der Watzmannostwand, der höchsten Felswand in den Ostalpen, ist nach 52 Jahren ihres Bestehens an ihrem jetzigen Standort unter dem „Massigen Pfeiler“ auf einer Höhe von 2400 m schon eine kleine Legende, aber längst auch eine nicht mehr wegzudenkende Notunterkunft.
Mit der Planung wurde im August 1948 begonnen. Nach dem bewährten Vorbild in den schweizerischen und italienischen Alpen, sollte die erste Leichtmetallbiwakschachtel in den bayerischen Alpen aufgestellt werden. Den Standort schlug Hellmuth Schuster, der damalige Bereitschaftsleiter der Bergwacht Berchtesgaden vor. Bei einer ersten Ortsbesichtigung waren Hellmuth Schuster, Ludwig Gramminger und Franz Schmid dabei.
Im Oktober 1949 trifft die aus alten Flugzeugteilen von der Firma Koch (Ofenbau) in München gebaute Biwakschachtel in Berchtesgaden ein. Die in 20 Teile zerlegte Biwakschachtel wird von der Bergwacht noch am selben Tag bis zur Quelle am Schönfeld und am nächsten Tag zur Südspitze getragen. Wegen Schneefall wurden die Teile 100 m unterhalb der Südspitze in der Ostwand gelagert.
Doch schon die erste Ankündigung einer Biwakschachtel in der Watzmannostwand führte in der Öffentlichkeit zu einer polemischen Auseinandersetzung um das Für und Wider dieser Maßnahme. Verschiedene Gruppierungen waren, wie so oft, grundsätzlich gegen das „Neue“ und drohten mit Boykottmaßnahmen. Dies hatte zur Folge, dass die Biwakschachtel zunächst an dem ersten Lagerplatz unter der Südspitze aufgestellt wurde. Erst im September 1951 wird die Biwakschachtel dann in mühevoller Arbeit von Bergwachtmännern 300 m zum ursprünglich vorgesehenen Standort am Massigen Pfeiler abgeseilt und dort aufgestellt.
Im Winter 1967/68 wurde die Biwakschachtel durch Schneedruck mitsamt dem Fundament in der Form einer Trockenmauer nach vorne geschoben und drohte abzustürzen.
Am 13.07.68 stiegen Männer der Bergwacht Berchtesgaden vom Watzmannkar aus über die sogenannte Querung zum Massigen Pfeiler ein, sicherten die Notunterkunft vor einem Absturz und trafen Vorbereitungen für weitere Maßnahmen. Nach mehreren Versuchen konnte am 20.08.68 erstmals mit einem Hubschrauber der Bundeswehr in Penzing eine Bergwachtgruppe mit Werkzeugen und Material in der Nähe der Biwakschachtel abgesetzt werden. Die Steinmauer wurde mit einem im Fels verankerten Rahmen ersetzt, die Innenseite mit einer Wärmeisolierung versehen und das Dach neu mit Zinkblech gedeckt.
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In der 4 Quatratmeter großen Notunterkunft können vier Personen bequem liegen. In Notsituationen haben auch schon bis zu 12 Bergsteiger einen lebensrettenden Unterschlupf darin gefunden. Die Bergwacht Berchtesgaden hat in der Langen Zeit von 52 Jahren unendlich viel Zeit und Mühe investiert, um diese für Bergsteiger wichtige Einrichtung zu erhalten.
Wettereinflüsse und Korrosion haben das alte Aluminium in dieser Zeit nun so anfällig und durchlässig gemacht, dass sich die Bergwacht Berchtesgaden entschieden hat, diese Notunterkunft durch eine neue, moderne Konstruktion in diesem Jahr zu ersetzen, wobei der Standort und die Größe unverändert bleiben.
Nach wochenlangen Vorbereitungen und mehreren Versuchen, die jeweils am Wetter gescheitert sind, war es am vergangenen Samstag möglich, die alte Biwakschachtel mit einem Hubschrauber der Firma Helios aus Salzburg in einem Stück aus der Watzmannostwand nach Kühroint zu fliegen.
Nachdem vorher eine kleine Gruppe Bergwachtmänner mit Werkzeugen und notwendigem Material zum Lösen und Vorbereiten der Biwakschachtel in die Wand geflogen wurde, hat der Pilot Walter Enthammer in einer Meisterleistung die 430 kg schwere Behausung an einem 30 m langen Seil aufgenommen und transportiert.
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Die neue Biwakschachtel ist bestellt und wird in einem einheimischen Betrieb endgefertigt. Bis zur Installierung wird noch einige Zeit vergehen, ein fester Zeitpunkt kann noch nicht vorhergesagt werden.
Die Bergwacht Berchtesgaden weist darauf hin, dass vorübergehend keine Notunterkunft in der Watzmannostwand ist.
Hubert Heil
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22.06.2003 13.07.2003
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