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22.06.2003

Schwerverletztes Jungrind am Krautkaser geborgen

Das ideale Bergwetter und einige besondere Ereignisse brachten der Bergwacht Berchtesgaden eine arbeitsreiche Woche.

Am Montagabend wurde man von der Rettungsleitstelle alarmiert, weil sich ein 59-jähriger Gast aus Schleswig-Holstein beim Wandern am Seeleinsee eine Verletzung zugezogen hatte. Mit dem Rettungshubschrauber aus Traunstein wurden drei Bergwachtmänner in der Nähe der Unfallstelle abgesetzt. Nach der Versorgung wurde der Verletzte zum Kreiskrankenhaus Berchtesgaden geflogen.

Zu einem nicht alltäglichen Einsatz wurde die Bergwacht am Donnerstagabend gerufen. Im Bereich der Krautkaseralm am Jenner war ein Jungrind über einen steilen Hang abgestürzt und wurde dabei schwer verletzt. Zunächst hatte man eine Bergung mit einem Hubschrauber erwogen, was aber in den Abendstunden nicht mehr möglich war. Eine starke Einsatzgruppe hat dann das mehrere Zentner schwere Rind geborgen und mit einem Rettungsgerät über den Krautkasergraben und den Krautkaserhang bis zu einem Transportfahrzeug transportiert. Nach anschließender tierärztlichen Versorgung konnte der Landwirt mit Freude feststellen, dass das Jungrind den Sturz überlebt hat.




 

Am Wochenende herrschte dann Vollzeitbeschäftigung bei der Bergwacht. Über den auch für die Bergwachtmänner eindrucksvollen Transport der Biwakschachtel aus der Watzmann-Ostwand wird an anderer Stelle berichtet.

Während dieses Arbeitsdienstes kam die Mitteilung, dass im unteren Wandteil in der Watzmann-Ostwand ein junger Berliner aus einer Zweierseilschaft an Erschöpfung leidet und den Aufstieg nicht mehr weiter fortführen kann. Er wurde vom Hubschrauber aufgenommen und aus der Wand geflogen.

Fast zur gleichen Zeit hatte eine Rettungsgruppe einen 16-jährigen Wanderer aus dem Raum Nürnberg zu versorgen, der auf dem Steig vom Gotzental nach Kessel erkrankte. Nach der ersten Versorgung durch den Bergwachtarzt wurde der junge Mann schließlich mit dem Rettungshubschrauber aus Salzburg in das Krankenhaus geflogen.

Zu einem geselligen und schönen Abend kamen dann die Bergwachtmänner mit ihren Familienangehörigen und rund 300 weiteren Bergfreunden beim Sonnwendfeuer auf dem Jenner zusammen. Die Jennerbahn war bis Mitternacht in Betrieb und ermöglichte so vielen Einheimischen und Gästen, unter anderem einem Ehepaar aus Moskau, gemeinsam mit der Bergwacht diese Sonnwendnacht zu erleben.

Am Sonntag waren neun Bergwachtmänner und ein Bergwachtarzt mit drei Einsatzfahrzeugen zur Betreuung der 160 Teilnehmer der Deutschen Berglaufmeisterschaft am Jenner im Einsatz.

Am späten Nachmittag meldete ein Feriengast in St. Bartholomä, dass im Bereich Kessel angeblich ein Gleitschirmflieger abgestürzt sei. Mit einem Bergwachtmann an Bord suchte der Rettungshubschrauber Christoph 14 den ganzen Bereich intensiv ab. Gleichzeitig suchte die Wasserwacht mit dem Boot am Königsseeufer. Nach weiteren Nachforschungen wurde die Suche jedoch ergebnislos abgebrochen.

Zum Abschluss des Tages fuhr noch ein Rettungsfahrzeug nach Betriebsschluss der Jennerbahn zur Bergstation. Dort hatte sich ein Frau aus den USA beim Wandern verletzt und musste zu Tal gebracht werden.

Hubert Heil




 

13.06.2003
24.06.2003