Am Freitag ereignete sich in der Watzmannostwand ein schwerer Unfall. Am Vormittag herrschte bei starkem Föhn noch ein warmes Herbstwetter. Am Nachmittag setzte Nebel und Regen dem spätsommerlichen Wetter ein jähes Ende. Trotz der verlässlichen Vorhersagen und Anzeichen, stiegen in den Morgenstunden noch viele Touristen zu größeren Touren auf.
Zwei Männer, 51 und 53 Jahre alt, aus dem Hochsauerland stiegen in die Watzmann-Ostwand ein. Sie verließen gegen 06:00 Uhr das Ostwandlager in St. Bartholomä. Ggegen 09:45 Uhr kam es noch im untersten Wandteil, unterhalb des Zustieg zum Schuttkar, zum Unfall. Von der richtigen Route des „Berchtesgadener Weges“ abgekommen, kamen sie in schwieriges Gelände. Angeseilt, aber doch nicht optimal gesichert, stürzte der Vorausgehende fast ein Seillänge ab und kam mit sehr schweren Verletzungen in einer steilen Rinne zum Liegen. Der Seilgefährte konnte mit einem Handy einen Notruf absetzten, der über die Polizei und die Rettungsleitstelle zur Bergwacht Berchtesgaden kam. Nach einem kurzen Suchflug mit dem Rettungshubschrauber „Christoph 14“ konnte der erste Bergwachtmann und der Notarzt im Bereich der Unfallstelle abgesetzt werden. In weiteren Flügen wurden Rettungsgerät und Bergwachtmänner zur Unfallstelle gebracht. Nach der Bergung mit dem Bergetau am Hubschrauber wurde der Schwerverletzte vom Zwischenlandeplatz in St. Bartholomä in das Landeskrankenhaus nach Salzburg geflogen. Auch der unverletzte Seilpartner wurde aus der Wand geflogen und gemeinsam mit der Bergwacht, mit dem Boot der Wasserwacht, zur Seelände gebracht.
Mit einem später anwesenden Polizeihubschrauber suchte ein Polizeibergführer und ein Bergwachtmann nach einem Rucksack, den der Verunglückte während des Sturzes verloren hatte. Bei diesem Suchflug wurde fast in der gleichen Position, auch abseits der Route, ein Alleingänger beobachtet, der allem Anschein nach auch in Bedrängnis gekommen wäre. Der 24-jährige Tourist aus dem Raum München wurde mit der Seilwinde aufgenommen und nach St. Bartholomä geflogen. Nach den gegebenen Umständen wären alle drei Bergsteiger, ohne dem schweren Unfall, schon in der Wandmitte vom Nebel und Regen überrascht worden. Insgesamt waren neun Bergwachtmänner im Einsatz.
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