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28.09.2003

80 Jahre Stahlhaus am Torrener Joch

Ein Bergfest vom Feinsten, so könnte man die Jubiläumsfeier am vergangenen Sonntag am Stahlhaus bezeichnen. Gleich mehrere Jubiläen waren dazu der Anlass und ein Herbstwetter wie im Bilderbuch schaffte den äußeren Rahmen.

Vor dem Krieg hatte der Österreichische Alpenverein schon eine kleine Hütte auf der Oberen Jochalm im Bluntautal. Diese Hütte brannte im Juli 1918 ab. Carl von Stahl, ein gebürtiger Österreicher, der schon früh nach Amerika ausgewandert war, stiftete die Bausumme zur Errichtung der nach ihn benannten neuen Alpenvereinshütte. Das Carl-von-Stahl-Haus auf 1728 m am Torrener Joch, unmittelbar an der deutsch/österreichischen Landesgrenze, wurde am 22. Juli 1923 eröffnet. In den 80 Jahren des Bestehens hat die Bergunterkunft insbesondere in den Wirren nach Kriegsende, wo hunderte von Menschen in der grenznahen Hütte ein Wiedersehen organisierten, eine bewegte Geschichte.




 

Das festlich geschmückte Stahlhaus

Das Carl von Stahlhaus ist nicht nur wegen seiner großartigen Lage beliebt und bekannt. Wesentlich tragen dazu die Wirtsleute Heli und Irmgard Pfitzer bei. Ein weiterer Grund zum Feiern an diesem Tag war der 60. Geburtstag der Wirtin. Schließlich bewirtschaftet das Ehepaar 35 Jahre lang das Stahlhaus. 1968 hat der Heli mit seiner Frau die Nachfolge von seinem Onkel Theo Pfitzer angetreten, der die Alpenvereinshütte mit seiner Frau Hilde von 1942 bis 1968 bewirtschaftet hat.

Aus dem Salzburger Land und aus dem Berchtesgadener Land kam eine große Zahl von Freunden und Gästen zum Gratulieren. Der Landeshauptmann von Salzburg Dr. Franz Schausberger zählte ebenso zu den Gratulanten wie die Bürgermeister Stefan Kurz aus Schönau am Königssee und Toni Kaufmann aus Golling. Der erste Vorsitzende der Sektion Salzburg des österreichischen Alpenvereins Univ. Prof. Dr. Heinz Slupetzky begrüßte als Hausherr die Gäste und würdigte die Verdienste und Leistungen von Irmgard und Heli Pfitzer in der langen Zeit von 35 Jahren.
Die musikalische Umrahmung wurde von der „Göllwurzenmusi“ aus Golling den ganzen Tag über in einer besonders schönen Weise gestaltet. Auch der Almhäusl-Hermann und weitere Musikanten trugen zur Gestaltung des schönen Tages bei.

Beeindruckend und vor allem schmackhaft waren die gebotenen Speisen für eine so große Anzahl von Gästen. Die schon seit Tagen vorbereiteten Speisen und Getränke wurden von den Wirtsleuten für alle Anwesenden kostenlos angeboten.

Der Heli war in den 35 Jahren rund um die Uhr immer bereit, wenn es galt in Not geratenen Bergsteigern zu helfen. Er unterstützte die Bergwacht wo er konnte und rückte als Erster zum Einsatz aus. Er ist auch Mitglied der Lawinenhundestaffel der Bergwacht. Diese edle Einstellung kam auch beim Fest zum Ausdruck. Für Speisen und Getränke wurde eine freiwillige Spende für die beiden benachbarten Bergrettungsorganisationen erbeten.
Bereitschaftsleiter Franz Kermer von der Bergwacht Berchtesgaden und der Ortsstellenleiter des Bergrettungsdienstes Golling, Martin Malter, die natürlich auch zu den Gratulanten zählten, brachten dafür einen großen Dank zum Ausdruck.

Rundherum ein gelungenes und für die Jubilare ein würdiges Fest, an das sich sicher alle Beteiligten noch lange und gerne erinnern.




 

Die Wirtsleute Irmgard und Heli Pfitzer

26.09.2003
03.10.2003