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 | 17.09.2002 |
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Erschöpft in der Watzmann-Ostwand
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Auch in der vergangenen Woche hatte die Bergwacht Berchtesgaden wieder eine Menge zu tun. Elf Einsätze, davon sieben alleine am Samstag waren durchzuführen. Leider waren auch einige Fehlalarme dabei, die meist durch ein gedankenloses oder auch rücksichtsloses Verhalten von Personen verursacht werden. Die ehrenamtlichen Bergwachtmänner sind dadurch viele Stunden, meist nachts, sinnlos unterwegs, zusätzlich entstehen der Bergwacht dadurch Kosten. Kommen Hubschrauber zum Einsatz, kostet die Flugstunde den Betreibern zwischen 1500 und 2000 Euro.
Am Montag musste ein 52-jähriger Mann aus Schleswig-Holstein nach einem Sturz im Bereich der Königsbachalm notärztlich versorgt und mit dem Rettungshubschrauber Christopherus 6 aus Salzburg zum Kreiskrankenhaus geflogen werden. Am Donnerstag stürzte ein 33-jähriger Mann während einer Wanderung am Mitterkaserjoch und zog sich dabei eine leichtere Verletzung zu, die aber doch eine Versorgung und den Transport in das Kreiskrankenhaus durch die Bergwacht erforderlich machte.
Ebenfalls am Donnerstag gegen 20:30 Uhr wurden von Salet aus Lichtzeichen im Bereich des Schrainbaches gemeldet. Mit dem Boot der Wasserwacht wurde eine Einsatzgruppe der Bergwacht in dieses Gebiet gebracht. Lichtzeichen und Rufe der Bergwacht blieben unbeantwortet. Auf den Wegen zum Funtensee und nach Salet wurde niemand angetroffen. Kurz vor Mitternacht kehrten Berg- und Wasserwacht ergebnislos zurück.
Am Freitag musste eine 70-jährige Frau im Bereich des Mitterkaser am Jenner mit einer Beinverletzung versorgt und zu Tal gebracht werden. Am späten Nachmittag wurden per Handy angeblich deutlich Hilferufe aus der Westseite des Hohen Göll gemeldet. Hier wurde zunächst der Rettungshubschrauber aus Traunstein zur Abklärung eingesetzt. Bergwachtmänner wurden an verschiedenen Punkten zum Hören und Beobachten ausgesetzt. Schließlich wurde auch noch ein Polizeihubschrauber aufgeboten um nach einer eventuell in Not geratenen Person zu suchen. Erst gegen 20:00 Uhr wurde der Einsatz ergebnislos abgebrochen.
Am Samstag war dann zunächst ein 58-jähriger Mann aus Chemnitz auf dem Weg vom Eckersattel zum Purtschellerhaus erkrankt und musste notärztlich versorgt und mit dem Rettungshubschrauber „Christoph 14“ zum Krankenhaus nach Traunstein geflogen werden. Kurz darauf erkrankte eine 32-jährige Frau aus dem inneren Landreis im Bereich der Königsbachalm. Ein Bergrettungsfahrzeug mit Bergwachtarzt und Rettungsmännern war schnell am Einsatzort. Die junge Frau musste mit dem Rettungshubschrauber „Christopherus 6“ in eine Spezialklinik nach Salzburg geflogen werden.
Zur gleichen Zeit wurde über Handy gemeldet, dass ein 32-jähriger Mann aus dem Raum Tübingen auf dem Berchtesgadener Weg in der Watzmannostwand an Erschöpfungserscheinungen leidet und nicht mehr in der Lage ist, selbst aus der Wand zu kommen. Ein Einsatz mit dem Rettungshubschrauber aus Traunstein musste hier aus technischen Gründen abgebrochen werden. Ein nachgeforderter SAR-Hubschrauber der Bundeswehr in Penzing setzte dann einen Bergwachtmann mit der Winde in der Wand ab und holte nach der Versorgung Retter und Geretteten mit der Winde wieder an Bord. In dieser Zeit wurde auch der Absturz eines Gleitschirmfliegers am Jenner gemeldet. Die ersten Rückfragen ergaben aber, dass der Pilot mit Hilfe seiner Kollegen weitgehendst unverletzt aus einem Latschenfeld geholt werden konnte.
Um 19:30 Uhr wurde von der Rettungsleitstelle wieder alarmiert, weil eine erschöpfte Frau aus dem Raum Passau am Brandkopf vermisst wurde. Gerade als eine Einsatzgruppe zur Abfahrt fertig war, kam Entwarnung. Die Polizei konnte in der Zwischenzeit ermitteln, dass die Betroffene das Tal erreichte, mit einem Taxi zum Bahnhof und von dort mit dem Zug nach Hause gefahren ist. Um 20:00 Uhr kam für diesen Samstag die letzte Alarmierung. Die Polizei hatte bereits eine Vermisstensuche im Bereich des Hohen Brett mit einem Polizeihubschrauber eingeleitet. Durch eine spätere Verbindung mit dem Handy des Melders konnte dann der Standort im Alpeltal lokalisiert werden. Eine Rettungsmannschaft der Bergwacht stieg zum Alpeltal auf und brachte den 19-jährigen erschöpften Mann aus Niederbayern mit seinen Begleiter zu Tal. Gegen 22:00 Uhr war der bewegte Tag für die Bergwacht Berchtesgaden endgültig beendet.
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Bergwacht Berchtesgaden - 2002 22.09.2002
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